PORTRÄT: Die Chefin der Krupp-Stiftung

Die Nachfolge von Berthold Beitz ist geklärt: Nun übernimmt eine Frau den Vorsitz der Krupp-Stiftung, und zwar eine Wissenschaftlerin.

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Ursula Gather übernimmt am 1. Oktober den Vorsitz der Krupp- Stiftung. Foto: dpa

Die neue Chefin der Krupp-Stiftung kennt sich mit Zahlen aus. Ursula Gather (60) ist eine renommierte Mathematikerin mit dem Spezialgebiet "Mathematische Statistik und industrielle Anwendungen". Dem verstorbenen Krupp-Patriarchen Berthold Beitz ist sie schon vor vielen Jahren erstmals begegnet. Bereits 1987 überreichte Beitz ihr den hoch dotierten Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler der Krupp-Stiftung.

Seitdem sei sie Beitz bei vielen Anlässen begegnet. "Berthold Beitz war ein weiser Mentor", bei dem sie Rat gesucht habe, schrieb Gather nach dem Tod des Industriellen in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit". Seine Botschaften seien gewesen: "Bleiben Sie immer unabhängig. Seien sie nur sich selbst verpflichtet. Lassen Sie sich nie unter Druck setzen." Das zu beherzigen sei aber nicht immer einfach.

Die in Mönchengladbach geboren Wissenschaftlerin ist Mutter von zwei Söhnen. Nach Studium in Aachen, Promotion und Habilitation folgte eine Professur in den USA. In der Technischen Universität Dortmund lehrte sie seit 1986. Seit September 2008 ist Gather Rektorin der Hochschule. In das Kuratorium der Krupp-Stiftung wurde sie im Dezember 2011 berufen. Am 1. Oktober rückt sie als Nachfolgerin von Beitz an die Spitze.

Die nach dem Tod von Alfried Krupp testamentarisch verfügte Krupp-Stiftung nahm 1968 ihre Arbeit auf. Sie war anfangs alleiniger Eigentümer der Fried. Krupp GmbH. Alfrieds Sohn Arndt hatte auf sein Erbe verzichtet. Heute hält die Stiftung 25,3 Prozent am Dax-Konzern Thyssen-Krupp und ist damit wichtigster Großaktionär. Neben der Förderung von Kultur, Wissenschaft und sozialen Projekten hat die Stiftung auch den Satzungsauftrag, die Einheit des Unternehmens zu wahren.

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