Neuer Vorstoß bei Managergehältern

Millionenbezüge für Manager erregen die Gemüter. Nun soll es einen individuellen Gehaltsdeckel geben - so zumindest die Empfehlung von Experten.

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Klaus-Peter Müller: Keine konkreten Obergrenzen definieren. Foto: dpa

Neuer Vorstoß in der Dauerdebatte um die Begrenzung von Millionengehältern für Topmanager in Deutschland: Die Vorstandsgehälter börsennotierter Unternehmen sollen nach dem Willen der Regierungskommission für gute Unternehmensführung ("Corporate Governance") gedeckelt werden. "Es geht letztlich um klare und nachvollziehbare Vergütungsvorschläge", sagte gestern der Vorsitzende der Expertenkommission, Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller.

Die Kommission spricht sich dafür aus, die individuellen Vergütungen in ihrem Gesamtbetrag und auch in ihren variablen Bestandteilen nach oben zu begrenzen. Festgelegt werden sollen die individuellen Obergrenzen unternehmensspezifisch vom Aufsichtsrat der Konzerne - und nicht von den Aktionären. Außerdem sollen die Kontrolleure die Relation zwischen der Vorstandsvergütung und den Gehältern der Belegschaft ebenso berücksichtigen wie den Abstand der Chefgehälter zu denen der leitenden Mitarbeiter im Unternehmen.

Konkrete Vorgaben, wie viel mehr Vorstände im Vergleich etwa zu einem durchschnittlichen Beschäftigten verdienen dürfen, machte die Kommission nicht. Die Empfehlungen der Expertenrunde aus Unternehmern, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern sind rechtlich nicht bindend, die Unternehmen müssen aber jährlich erklären, ob sie sie befolgen.

Müller betonte: "Auch die Gehälter, die in der Öffentlichkeit zu Unmut geführt haben, sind mit sehr hohen Quoten von der Hauptversammlung gebilligt worden." Er glaube daher nicht, dass ein Gesetz daran etwas ändern werde. Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche eine Änderung des Aktienrechts beschlossen. Demnach sollen künftig die Aktionäre bei der Hauptversammlung einmal jährlich über die komplette Vergütung des Vorstands entscheiden.

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