Neue Scheine, alte Probleme

Der überarbeitete 5-Euro-Schein soll noch sicherer und robuster sein. Bei seiner Vorstellung in Frankfurt warnte EZB-Präsident Mario Draghi, dass es weiter große Gefahren durch die Eurokrise gebe.

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Die Oberfläche ist fast überall glatt wie ein Babypo, das Wasserzeichen erinnert an die Geburtsstunde Europas: Der neue Fünf-Euro-Schein, erstes Kind der neuen "Europa-Serie", soll das Vertrauen der Europäer in eine sichere gemeinsame Währung stärken - und zugleich Fälschern die Arbeit erschweren. Bei der feierlichen Vorstellung gestern in Frankfurt jubelte EZB-Präsident Mario Draghi: "Das Euro-Bargeld ist eine Erfolgsgeschichte." Nun sei die Gemeinschaftwährung der 17 Staaten auf dem neuesten technischen Stand.

An den neuen Sicherheitsmerkmalen der neuen "Europa-Serie" haben Notenbankexperten seit Jahren getüftelt. In den nächsten Jahren sollen nach und nach auch die übrigen Banknoten überarbeitet werden. Erhalten bleiben die Motive: Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt. "Auch die neuen Euro-Noten zeigen die Einheit und die Vielfalt unsere Kontinents", sagte Draghi. Den neuen Fünfer wollen die Zentralbanken der 17 Eurostaaten ab dem 2. Mai 2013 in Umlauf bringen.

"Jede bisher gültige Euro-Banknote bleibt gültig", betonte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele im Gespräch. "Die Bundesbank tauscht weiter jede alte D-Mark-Banknote um - und das gilt künftig auch für alte Euro-Scheine."

Bei der Vorstellung in Frankfurt mahnte Draghi, er sehe weiterhin große Gefahren durch die Schuldenkrise im Euroraum: "Es ist zu früh, einen Erfolg auszurufen." Zwar seien im vergangenen Jahr durch die Politik der Notenbank, der nationalen Regierungen und auf europäischer Ebene sehr viele Fortschritte erzielt worden. Der Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der Krisenpolitik der Notenbank sei aber noch nicht gekommen. Um die Krise zu überwinden, müssten Banken gestärkt und die Reformanstrengungen in den Euroländern fortgesetzt werden, sagte Draghi.

Auch wegen der Rezession im Euroraum hält die EZB die Zinsen konstant auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent, senkten sie aber nicht weiter. Die Entscheidung sei gestern im EZB-Rat einstimmig gefallen.

Nach seinen Worten hat sich die Lage an den Finanzmärkten entscheidend verbessert. Krisenländer könnten sich wieder günstiger am Anleihemarkt finanzieren, Kapital fließe zurück in den Euroraum, und die Abhängigkeit der Banken vom Zentralbankgeld sei spürbar gesunken. Doch die Verbesserungen seien in der Realwirtschaft noch nicht angekommen. Die EZB erwartet, dass sich die Rezession im Euroraum auch Anfang 2013 fortsetzt und sich die Konjunktur erst im weiteren Jahresverlauf erholt.

Wie Draghi hat auch Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker die Euro-Krise noch nicht abgehakt. "Wir sollten der Öffentlichkeit und den nationalen Parlamenten nicht den Eindruck vermitteln, dass alle Schwierigkeiten hinter uns liegen", sagte er bei seiner Abschiedsrede im Europaparlament in Brüssel. Er gibt nach acht Jahren seinen Posten am 21. Januar auf.

Viele hätten vor einem Jahr einen Zerfall der Eurozone erwartet, stattdessen sei die Währungsgemeinschaft durch die Einführung neuer Institutionen wie dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und der gemeinsamen Bankenaufsicht stabilisiert, sagte Juncker. "Wir sind in einer viel besseren Lage im Januar als im selben Monat vor einem Jahr". Griechenland sei weiterhin in der Eurozone und auch die Lage in Spanien habe sich beruhigt.

Der luxemburgische Regierungschef sprach sich dafür aus, dass die neue europäische Bankenaufsicht von einer Französin geführt werde. Spekuliert wird, ob Danièle Nouy diese Aufgabe übernimmt. Sie ist derzeit Generalsekretärin der Aufsichtsbehörde der französischen Zentralbank.

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