Neue Konkurrenz für Bahn

Die Fernbusse kommen. Von 2013 an bekommen Bahn und Fluggesellschaften auf den mittleren Strecken in Deutschland neue Konkurrenz. Viele Unternehmen rüsten sich für den Kampf um den neuen Markt.

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Am Omnibusbahnhof Berlin startet ein Reisebus. Die Fernbusgesellschaften erwarten stark steigende Passagierzahlen. Foto: Robert Schlesinger/dpa

In Deutschland öffnet sich ein neuer Markt. Mit der Freigabe des Fernbusverkehrs geht eine ganze Reihe von Unternehmen an den Start, ein in den meisten Ländern selbstverständliches Verkehrsmittel auch hierzulande zu etablieren. "Wir planen einen schnellen Netzausbau in ganz Deutschland", sagt zum Beispiel Torben Greve, Geschäftsführer der "MFB MeinFernbus" GmbH. Das vor 18 Monaten in Berlin gegründete Startup organisiert den Verkehr gemeinsam mit mittelständischen Busunternehmen und will noch 2012 acht Linien mit 30 Bussen bedienen.

Neben den jungen, schnellen Bus-Pionieren sind auch etablierte Anbieter auf dem Sprung. Die Deutsche Touring GmbH in Frankfurt hat etwa 40 ihrer Verbindungen ins europäische Ausland identifiziert, auf denen sie ab Jahresbeginn auch innerdeutsche Tickets ausstellen will. "Wenn wir von Hamburg in Richtung Italien fahren, haben wir vor allem zu Beginn der Tour eine Menge Plätze frei. Die werden wir ab Dezember vermarkten", sagt Geschäftsführer Frank Zehle.

Viele zusätzliche Angebote innerhalb Deutschlands wird es bei Touring allerdings aus Rücksicht auf den Anteilseigner National Express nicht geben. Der britische Transportriese will zunächst mit fünf Linien selbst auf dem deutschen Markt starten. Die Fernbusgesellschaften haben vor allem jüngere Verbraucher mit schmalem Geldbeutel im Blick. Die sollen ebenso angelockt werden wie Ältere, für die der Komfort in den Bussen eine Rolle spielen könnte.

Die Deutsche Bahn, größter Busbetreiber der Republik und Platzhirsch im über Jahrzehnte aus politischen Gründen geschützten Berlin-Verkehr, hat weitreichende Ausbaupläne ihrer Fernbusflotte zunächst aus Kostengründen auf Eis gelegt. Derzeit zählt der Staatskonzern im Fernverkehr auf der Schiene rund 125 Mio. Kunden pro Jahr.

Die zu erwartenden Auswirkungen der neuen Konkurrenz auf Verbindungen oberhalb von 50 Kilometern sind zumindest laut einer Studie der TU Dresden eher gering. Auf gut 5 Prozent schätzt der Wissenschaftler Christian von Hirschhausen den möglichen Busanteil im Fernverkehr bis 300 Kilometer, was vor allem zulasten des Autoverkehrs erreicht werden könne.

"Auf den Premium-Strecken der Bahn werden wir kaum Konkurrenz machen können", sagt Dieter Gauf, Hauptgeschäftsführer des Internationalen Bustouristik Verbandes. Dennoch gebe es genug interessante Verbindungen, auf denen die Busse ihre Vorteile ausspielen könnten. Er rechnet mit einem schnell wachsenden Markt und bald schon mit Fahrgastzahlen in Millionenhöhe.

Von der Liberalisierung des Fernbusverkehrs profitieren auch Kunden im Südwesten. Die MFB startet am 29. November ab Frankfurt zwei neue Linien, eine davon geht nach Zürich mit Zwischenhalten in Darmstadt, Heidelberg, am Freizeitpark Rust, Freiburg und LörrachDEINBUS.DE].

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