Neue Euro-Scheine sollen sicherer werden

Ein großer Wurf mit Blick auf das Design wird der Generationswechsel bei den Euro-Scheinen nicht. Die Europäische Zentralbank will mit den neuen Noten vor allem den Fälschern das Leben noch schwerer machen.

|

Der Euro ist sicher. Zwar wird in Zeiten der Schuldenkrise immer wieder am Fortbestand der gemeinsamen Währung gezweifelt - die Sicherheit der Münzen und Noten ist jedoch über fast jeden Zweifel erhaben: "Rein rechnerisch kommt jeder Bürger in Deutschland nur einmal in 2000 Jahren mit Falschgeld in Berührung", rechnet Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele vor. Doch Europas Währungshüter wollen sich nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen.

Seit Jahren arbeiten Experten in den Zentralbanken fieberhaft daran, die Geldnoten besser zu schützen und Fälscherbanden das Leben so schwer wie möglich zu machen. Doch das Unterfangen erwies sich schnell als sehr kompliziert, am einst angestrebten Termin 2010 gab es schon Jahre im Voraus Zweifel. Zumal auch Kriminelle dazulernen und ihre Blüten mit immer ausgefeilterer Technik herstellen.

Nun soll es endlich so weit sein. An diesem Donnerstag könnte EZB-Präsident Mario Draghi einen Zeitplan zur Einführung neuer Banknoten vorlegen, spekulieren Medien. Im Frankfurter Euro-Tower heißt es dazu: "Wir arbeiten seit längerem an neuen Banknoten und werden bald Näheres dazu berichten." Thiele hatte im Sommer angekündigt: "Vorarbeiten zu neuen Banknotenserien laufen, aber es gibt noch keinen Termin für die Einführung neuer Euro-Scheine".

Die zweite Generation der Scheine soll sicherer werden, aber das Aussehen ihrer 2002 eingeführten Vorgänger weitgehend beibehalten. Die Stückelung von 5- bis 500-Euro-Noten gilt weiterhin, Farben und Motive ändern sich nicht: Der Fünfer bleibt grau und erinnert an die griechische und römische Antike, als Symbol für die Wurzeln Europas; der Zwanziger bleibt blau und zeigt auf der Vorderseite ein Fenster und auf der Rückseite eine Brücke, beides im gotischen Stil.

Grafisch geliftet werden die Scheine elf Jahre nach Einführung des Euro-Bargeldes also nicht. Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt, stehen auch künftig für Europa - Fantasiearchitektur als klassischer europäischer Kompromiss: Um keine Nation vor den Kopf zu stoßen, sollte "keines der Länder erkennbar sein", erinnerte sich D-Mark-Designer Reinhold Gerstetter in einem "Spiegel"-Beitrag: "Alles ganz neutral."

Worin genau sich die neuen von den alten Noten unterscheiden, bleibt vorerst streng geheim. Vor Jahren schon hatte die Bundesbank gefordert, die Sicherheitsmerkmale müssten leicht erkannt werden können - vom Taxifahrer genauso wie vom Kassierer im Supermarkt. Bisher sind Euro-Scheine mit Wasserzeichen, Hologrammen, Metallfäden, Spezialpapier und fluoreszierende Fasern ausgestattet.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Geisterfahrer sorgt für Vollsperrung der A 8 nach tödlichem Unfall

Am frühen Freitagmorgen ist es durch einen Geisterfahrer zu einem tödlichen Unfall auf der A 8 bei Leipheim gekommen. Die Autobahn in Richtung München musste für mehrere Stunden voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. weiter lesen