Nächstes Jahr mehr Europa-Flüge ab Stuttgart

Flughafen: Stuttgart 2018 wird mit einem neuen Passagierrekord gerechnet. Nach der  Insolvenz von Air Berlin bietet auch die britische Billigflugesellschaft Easyjet Verbindungen nach Berlin an.

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Ab kommenden Sommer sollen deutlich mehr Flüge zwischen Stuttgart und Berlin angeboten werden.  Foto: 

Breitbeiniger Stand. Hände hoch. Stiefel aus. Abtasten lassen. Es ist eine nervenaufreibende Prozedur, die der Fluggast über sich ergehen lassen muss, bevor er in einen Flieger steigen darf. Aber die Zahlen zeigen: Immer mehr Menschen fliegen vom oder zum Stuttgarter Flughafen.

Nachdem der größte Airport Baden-Württembergs mit 10,6 Mio. Fluggästen 2016 einen neuen Passagierrekord erreichen konnte, wird sich dieses Ereignis aller Voraussicht nach 2017 wiederholen: „Wir kratzen an der 11 Mio. Marke“, sagte der Geschäftsführer des Flughafens Stuttgart, Walter Schoefer, am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Eine genaue Prognose sei noch nicht möglich.

Die Insolvenz von Air Berlin war die größte Herausforderung des laufenden Jahres. Hier konnte der Stuttgarter Flughafen im November 44 Prozent weniger Sitzplätze als im Vormonat anbieten, wie Geschäftsführerin Dr. Arina Freitag erklärte. Zudem sind die Ticketpreise bei der Lufthansa rasch in die Höhe geschnellt, teilt Pressesprecherin Beate Schleicher mit.

Bedenken wegen einer zu stark werdenden Lufthansa sind nun aber aus dem Weg geräumt: Der britische Billigflieger Easyjet teilte am Mittwoch mit, ab dem 8.Januar täglich vier Flüge nach Berlin anzubieten.  „Es ist gut, einen Wettbewerb zu haben“, freute sich Schoefer. Ab Mitte Januar wolle auch Eurowings noch häufiger nach Berlin-Tegel fliegen. Ab Mitte 2018 wolle die Billigfluggesellschaft 1,2 Mio. Passagiere mehr als zuvor transportieren.

Auch Nordafrika liegt im Fokus

Langfristig wollen die Chefs des Stuttgarter Flughafens mehr Flüge vorwiegend innerhalb Europas anbieten, wie Freitag sagte: „Wir werden den Wegfall von Air Berlin kompensieren. Vielleicht wird das Platzangebot sogar größer.“ Der Fokus liege auf Zielflughäfen in Italien, Osteuropa sowie Nordafrika.

Und wie sieht es mit Reisen in die Türkei aus? Hier gebe es allmählich wieder einen Zuwachs, berichtet Schoefer: „Natürlich liegen Buchungen in die Türkei aber lange noch nicht auf dem Niveau, wie es vor Erdogan war.“

Umsatzzahlen für 2017 liegen noch nicht vor. Man erwarte allerdings ein noch negativeres Ergebnis als im Vorjahr, als man bei einem Umsatz von 269,8 € ein operatives Ergebnis von 40,7 Mio. € einfuhr. Grund ist der hohe Finanzierungsbeitrag von 71 Mio. € am Bahnprojekt Stuttgart 21. Nach eigenen Angaben ist der Landesflughafen dennoch einer der profitabelsten internationalen Flughäfen in Deutschland.

In Bezug auf Stuttgart 21 beklagt die Chefriege, dass man derzeit immer noch nicht über die Gründe der Kostensteigerung informiert worden sei. Ein Gespräch mit dem Projektpartner ist für den 18. Dezember geplant. Für die Zukunft haben die Geschäftsführern bereits viel im puncto Technologie geplant. So soll 2018 ein neuer Terminal in Form eines sogenannten Energieplushauses, dessen Energiebilanz positiv ausfällt, entstehen. „Ein solches Haus gibt es weltweit noch nicht“, erkärte Schoefer. 24

Schnell-Ladesäulen sollen im Parkhaus P14 entstehen. Des Weiteren soll die Hybridisierung von Flugzeugen vorangetrieben werden. Auch der Wiedererkennungswert des Flughafens sei ein wichtiger Aspekt, sagten die Geschäftsführer.

Innerdeutsche Destinationen liegen auf der Liste der am häufigsten gebuchten Strecken von Stuttgart derzeit auf Platz eins. Es folgen Verbindungen nach Spanien. Auf Platz drei liegt die Türkei. Mallorca ist bereits seit Jahren das Ferienziel Nummer eins. Gestiegene Nachfrage gab es im vergangenen Sommer aber auch für Flüge nach Griechenland, Bulgarien und Kroatien. sga

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