Mitarbeiter der Banken müssen bangen

Die Zeiten für die deutschen Groß- und Landesbanken bleiben noch auf absehbare Zeit schwierig. Nicht zuletzt auch für deren Mitarbeiter.

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Angesichts der Konjunkturschwäche, der niedrigen Zinsen und der ungelösten Euro-Schuldenkrise werden die Gewinne der Banken weiter sinken. Das werden nicht nur die Aktionäre und Anteilseigner spüren, sondern vor allem die Mitarbeiter. Bei den 13 größten Instituten wurden im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr 3,4 Prozent und damit fast 9000 Stellen gestrichen, wobei mit 4600 mehr als die Hälfte auf die Commerzbank entfiel. Nur bei der DZ Bank, der Nord LB, der Helaba und der Dekabank stieg die Zahl der Banker.

"Die Banken schnallen den Gürtel enger. Alles wird auf den Prüfstand gestellt, auch die Personalkosten", sagt Dirk Müller-Tronnier, Banken-Experte bei Ernst & Young. Die Unternehmensberatung stellte gestern eine neue Studie zur Lage der Geldhäuser vor.

Danach ist der Vorsteuer-Gewinn der 13 Institute um 18 Prozent oder 1,7 Mrd. EUR auf 7,8 Mrd. EUR gesunken. Allerdings verbuchte allein die Deutsche Bank einen Gewinnsturz um 4,6 Mrd. EUR. Dagegen konnten HypoVereinsbank, DZ Bank, Commerzbank, Bayern LB, WGZ Bank und LBBW ihren Vorsteuer-Gewinn zum Teil um dreistellige Millionenbeträge steigern. Die Institute nutzten diese Überschüsse, um ihr Eigenkapital kräftig aufzustocken.

"Von den Rekordgewinnen der Vorkrisenjahren sind die deutschen Banken inzwischen weit entfernt - allerdings auch von den Rekordverlusten nach Ausbruch der Finanzkrise", betont Müller-Tronnier. 2006 fuhren die 13 Institute noch 21,5 Mrd. EUR Gewinn ein, 2008 dagegen Riesenverluste von 22 Mrd. EUR.

Aus dem Tief heraus sind die Banken längst nicht, goldene Zeiten ohnehin nicht in Sicht. Gründe: zu hohe Kosten, niedrige Zinsen, höhere Finanzpuffer, verschärfte Regulierung. Zudem legen die Institute mehr Geld für Risiken aus wackeligen Krediten zurück. Schließlich hapert es bei den Provisionseinnahmen etwa im Aktienhandel, weil sich Anleger nach wie vor mit Wertpapierkäufen zurückhalten.

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