Millionendeal, um Schaden zu begrenzen

Deutsche Börse: Der Konzern will seinen Chef Kengerter freikaufen. Ihm wird Insiderhandel vorgeworfen.

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Carsten Kengeter, Chef der Deutschen Börse.  Foto: 

  Im Insiderverfahren gegen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter dämpft die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Hoffnung des Konzerns auf ein baldiges Ende der Ermittlungen. Sie will sich nicht äußern. Die Deutsche Börse hatte zuvor ihre Bereitschaft erklärt, eine Geldbuße von 10,5 Mio. € zu zahlen. Dabei geht es um die Rolle des Unternehmens im Zusammenhang mit den Insidervorwürfen sowie den Vorwurf, die Finanzmärkte zu spät über ihre – inzwischen gescheiterten – Fusionsgespräche mit der Londoner Börse LSE informiert zu haben.

Das Unternehmen teile die erhobenen Vorwürfe nach wie vor nicht, bekräftigte der Dax-Konzern. Vorstand und Aufsichtsrat wollten aber sicherstellen, dass sich die Deutsche Börse „schnellstmöglich wieder ausschließlich auf das Geschäft konzentrieren und die schwerwiegenden Belastungen durch das Ermittlungsverfahren hinter sich lassen“ könne. Man gehe davon aus, dass das Ermittlungsverfahren „gegen Auflagen eingestellt werden wird“, hieß es. Als Auflage ist wohl ein mittlerer sechsstelliger Betrag im Gespräch, den Kengeter privat zahlen müsste.

Die Staatsanwaltschaft betont, es gehe bei den Geldbußen zunächst allein um die Deutsche Börse AG als juristische Person. Zudem haben die Finanzaufsicht Bafin und die hessische Börsenaufsicht in dem Verfahren weiteren Klärungsbedarf angemeldet. Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment nannte das Vorgehen der Börse „inakzeptabel“. Die Aktionäre dürften nicht zur Kasse gebeten werden.

Kengeter hatte im Dezember 2015 für 4,5 Mio. € 60.000 Deutsche-Börse-Aktien gekauft, die er nicht vor Ende 2019 veräußern darf. Der Konzern packte  69 000 weitere Anteilsscheine drauf. Gut zwei Monate nach dem Aktiendeal machten Deutsche Börse und London Stock Exchange (LSE) ihren Fusionsplan öffentlich, was die Kurse trieb. Die Ermittler werfen Kengeter vor, bereits im Sommer 2015 mit der LSE-Führung Gespräche über eine Fusion geführt zu haben.

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