Merckle klagt auf 213 Millionen Schadenersatz

Die Klagen gegen die Porsche-Dachgesellschaft SE nehmen kein Ende: Nun fordert auch ein Unternehmen der Merckle-Gruppe Schadenersatz.

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Die Porsche-Muttergesellschaft muss sich mit einer weiteren Klage in Millionenhöhe auseinandersetzen. Eine Firma der Ulmer Unternehmensgruppe Merckle hat bereits vor einigen Wochen beim Landgericht Braunschweig Klage auf 213 Mio. EUR Schadenersatz eingereicht. "Wir halten die Klage für unbegründet und werden uns gegen diese verteidigen", sagte ein Sprecher der Porsche SE (PSE).

Die PSE sieht sich am Braunschweiger Landgericht schon mit mehreren Klagen konfrontiert und hatte jüngst Teilerfolge erzielt. Bei allen Fällen geht es um Forderungen, die mit der misslungenen Übernahmeschlacht von VW zusammenhängen. Anleger fühlen sich rückblickend um viel Geld gebracht. Der Übernahmeversuch der Schwaben hatte enorme Kursturbulenzen ausgelöst - über die damalige Informationspolitik an die Finanzwelt für die nötige Transparenz wird nun gestritten.

Initiator der Klage ist die HWO GmbH, eine Firma der Merckle-Gruppe. Letztere hält unter anderem Beteiligungen am Dax-Konzern Heidelberg-Cement und dem Pharmagroßhändler Phoenix (Mannheim). Zudem gehört ihr der Pistenbullyhersteller Kässbohrer (Laupheim).

Zum Höhepunkt der Merckle-Krise vor dreieinhalb Jahren hatten viele Medien fälschlicherweise behauptet, dass die finanzielle Schieflage der Merckle-Gruppe durch die misslungene Spekulation mit VW-Aktien ausgelöst worden sei.

Die wahre Ursache der Krise steckte jedoch in der Art, wie die Kapitalerhöhung der Heidelberger Cement AG finanziert wurde. Diese hatte der verstorbene Unternehmer Adolf Merckle auf Kredit getätigt und mit Heidelcement-Aktien besichert. Als im Zuge der Finanzkrise der Börsenwert um mehr als 12 Mrd. EUR absackte, wurden die Banken nervös und forderten hohe Kredittilgungen, die Merckle nicht leisten konnte. Im Zuge der Sanierung der Gruppe musste sich die Familie vom Ulmer Arzneimittelhersteller Ratiopharm trennen, der nun zum israelischen Generika-Marktführer Teva gehört.

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