Mehr Durchblick bei der Datenwolke

Viele Internetnutzer arbeiten mit Cloud Computing, obwohl sie gar nicht wissen, wo ihre Daten gespeichert werden und wie sicher sie sind. Neutrale Informationen verspricht jetzt eine Internetseite.

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Verbraucherministerin Ilse Aigner stellte ein Informationsportal für Fragen rund um Cloud Computing vor. Foto: dpa

Mit ihren Daten, Fotos und Filmen gehen Internetnutzer erstaunlich unbekümmert um: Jeder zweite gibt zu, nicht zu wissen, was "Cloud Computing" ist. Trotzdem nutzen viele die "Rechnerwolke", also das Speichen ihrer Daten auf Servern irgendwo im weltweiten Netz des Internets statt auf dem eigenen Computer. Viele Nutzer fühlen sich aber nicht wohl dabei.

Künftig sollen sich Nutzer einfacher über das Cloud Computing informieren können. Das verspricht das Portal www.cloud.irights.info. Es wurde vom Bundesverbraucherministerin mit 120 000 EUR gefördert, um unternehmensunabhängige Hilfen geben zu können. Das umfangreiche Angebot vom Abschluss von Verträgen mit Cloud-Anbietern und ihre Nutzungsbedingungen über den Datenschutz bis zu speziellen Bereichen wie Recht, Fotos und Musik soll weiter ausgebaut und laufend aktualisiert werden, etwa bei Gerichtsentscheidungen oder bei der Änderung der Bedingungen wichtiger Anbieter.

Wie groß der Informationsbedarf ist, zeigt eine Umfrage von Infratest dimap unter 1000 Bundesbürgern, die Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zum Start präsentierte: Nicht einmal jeder fünfte Nutzer hat ein gutes Gefühl dabei, wenn sie oder er Daten in einer Cloud speichert, also irgendwo im Netz statt auf dem eigenen Computer, oder wenn Software und Dienstleistungen auf virtuellen Servern genutzt werden. Junge Leute bis 29 gehen damit unbefangener um: Von ihnen hat mehr als jeder dritte keine Bedenken. Jeder zweite Nutzer hat Angst vor Datenverlust bei Ausfällen oder beim Anbieterwechsel.

Privat nutze sie Cloud Computing, bekannte Aigner, aber "nur mit Sachen, die nicht sicherheitskritisch sind". Die Vorteile sind ihr klar: Wer die Cloud-Technologie nutzt, kann von jedem Ort der Welt auf die Daten zurückgreifen. Zudem droht kein Verlust, wenn der Laptop einen Hardware-Schaden hat. Erkauft wird dies mit dem Risiko, dass der Diensteanbieter oder Dritte die Daten unbefugt nutzen.

"Nutzer von Clouds müssen mit einem Blick erkennen können, wo ihre Daten unter welchen Bedingungen gespeichert und wie sie geschützt sind", forderte Aigner. Auch die EU-Kommission wird aktiv: Sie legte Ende September eine Strategie zur "Freisetzung des Cloud-Computing-Potenzials in Europa" vor. Für Aigner ist das im Prinzip eine gute Idee. Das gilt auch für die angedachte Zertifizierung von technischen Standards. Aber sie sieht noch Nachbesserungsbedarf beim Datenschutz und Vertragsrecht.

Entscheidend ist für sie daneben, was in der geplanten EU-Datenschutzverordnung steht. Hier will sie die Besonderheiten des Cloud Computing besser berücksichtigt sehen. Denn dabei arbeiten häufig viele Unternehmen zusammen. "Hier muss eindeutig festgelegt werden, welche Stelle verantwortlich ist, und es darf keine Lücken in der Verantwortlichkeit geben."

Unterhalten wird das Informationsportal vom Verein "irights", der bereits mit Unterstützung des Verbraucherministeriums Informationen über das Urheberrecht im Internet bietet. Er verspricht den Verbrauchern unabhängige Informationen in leicht verständlicher Sprache.

Übrigens nutzt das Verbraucherministerium selbst Cloud Computing bisher nicht - aus Sicherheitsgründen. Dort gibt es nur eine Wolke, die schon seit dem Jahr 2010 im Innenhof schwebt, und das selbst bei schönstem Sonnenschein: Das weiße Kunststoff-Gebilde des Künstlers Thorsten Goldberg war für Aigner wie geschaffen, um das virtuelle Thema auch für Kameras anschaulich zu machen.

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