Machtkampf bei Homag

Machtkampf beim Anlagenbauer Homag. Der Firmengründer und die jetzige Führung sind sich nicht grün und tragen ihren Streit offen aus.

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Blick in die Produktion von Homag in Schopfloch. Die beiden Großaktionäre des Unternehmens tragen ihren Streit offen aus. Foto: Keystone

Gründerfamilie gegen Finanzinvestor: Beim Holzmaschinenbauer Homag aus Schopfloch (Kreis Freudenstadt) ist ein offener Machtkampf zwischen zwei großen Aktionären entbrannt. Auf der einen Seite steht der Schuler-Klessmann-Pool um Homag-Gründer Gerhard Schuler, auf der anderen die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG). Sie streiten sich schon länger um die Ausrichtung des börsennotierten Unternehmens.

Fast zehn Stunden dauert die Hauptversammlung des Holzbearbeitungsspezialisten. Am Ende der turbulenten Veranstaltung waren die Gräben zwischen DBAG (33,1 Prozent) und dem Pool (25,1 Prozent), der damit eine Sperrminorität besitzt, tiefer als zuvor. Deutlich wurde in Freudenstadt auch: Die jetzige Unternehmensführung genießt bei den Aktionären nicht uneingeschränktes Vertrauen. Zwar wurden Aufsichtsratschef Torsten Grede und Vorstandschef Markus Flik entgegen dem Willen des Firmengründer-Pools entlastet - beide aber nur mit knapp 60 Prozent. Auch wird es gemäß dem Verwaltungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2011 aufgrund des negativen Jahresergebnisses 2011 keine Dividende geben. Die von der Führung vorgeschlagene Kapitalerhöhung wurde aber von den rund 350 Aktionären genauso ablehnt wie das neue Vergütungssystem für den Vorstand.

Mit der Zustimmung, neues Kapital einsammeln zu können, wollte Vorstandschef Markus Flik nach seinen Worten dem Unternehmen größtmögliche Flexibilität verschaffen. "Wir werden jetzt bei gegebenem Anlass die Hauptversammlung erneut um die Genehmigung für konkrete Kapitalmaßnahmen bitten", merkte er an.

Wie es in dem tief zerstrittenen Unternehmen weitergehen soll, kann jetzt keine Seite sagen. DBAG-Sprecher Thomas Franke kann die Aufregung um den vermeintlichen "Heuschrecken-Alarm" im Schwarzwald nicht verstehen. Ein solcher Krach sei für ihn ein untypisches Erlebnis."Die übrigen Beteiligungen laufen sehr harmonisch."

Der Pool um den Firmengründer fürchtet hingegen um die Zukunft des Unternehmens und auch - über den Umweg der Kapitalerhöhung - die Übernahme durch einen potenziellen Investor. "Auf diesem Weg übernehmen aktuell vor allem chinesische oder indische Investoren deutsche Marktführer", sagt Jochen Berninghaus vom Pool.

Der weltweit führende Hersteller von Maschinen für die holzbearbeitende Industrie hat zuletzt seine Strukturen gestrafft und mit rund 5000 Mitarbeitern den Jahresumsatz um 11 Prozent auf knapp 800 Mio. EUR gesteigert.

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