Lufthansa lässt Germanwings in Europa fliegen

Die Lufthansa verschiebt große Teile ihres Kurz- und Mittelstreckenprogramms auf die Billig-Tochter Germanwings. Dort gelten niedrigere Tarife.

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. Kurz- und Mittelstrecken sollen nicht mehr von der Lufthansa bedient werden. Der Konzern verschiebt einen großen Teil dieser defizitären Flüge auf seine Tochter Germanwings.

Abseits der Drehkreuze Frankfurt und München solle das Angebot von Direktverbindungen von 2013 an in einer aufgewerteten Germanwings unter dem Motto "günstig, aber nicht billig" zusammengeführt werden, teilte die Lufthansa gestern in Frankfurt mit. Mit 90 Flugzeugen sollen 18 Mio. Passagiere pro Jahr befördert werden. Damit will der Konzern gegen Billigairlines wie Easyjet und Ryanair punkten.

Laut Lufthansa-Chef Christoph Franz sollen rund 1000 Flugbegleiter und 300 Piloten ihre Jobs wechseln, in den meisten Fällen zu Germanwings. Ihnen würde aber auch Angebote zum Wechsel in den Lufthansa-Drehkreuzverkehr oder zum Ausscheiden gemacht. Das Bodenpersonal an den dezentralen Standorten bleibe bei Lufthansa angestellt. Zum Wechsel müssen auch rund 30 Lufthansa-Jets umlackiert werden, was nach und nach geplant ist. Zudem wird die Tochter Eurowings für die neu organisierte Direktflugtochter fliegen. Spätestens 2015 soll so wieder ein Gewinn bei den langjährig defizitären Direktverbindungen eingeflogen werden, kündigte Franz an.

Das Vorgehen gefährde die laufende Schlichtung in dem Tarifkonflikt von rund 18 000 Flugbegleitern der Lufthansa, erklärte der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies. Die Lufthansa habe auch die Entlassung von Flugbegleitern bei der nicht ausgelasteten Kerngesellschaft Lufthansa Passage angedroht. Damit ergebe sich ein "ganz neues Erpressungspotenzial". Franz sagte hingegen, dass er nichts von Entlassungsdrohungen wisse.

Die Gewerkschaft rechnet damit, dass rund 1200 Flugbegleiter der Lufthansa für das neue Direktflugangebot in die mit schlechteren Tarifbedingungen ausgestattete Germanwings wechseln müssten.

An Flughäfen wie Berlin, Hamburg, Köln oder Stuttgart wird die Marke Lufthansa künftig weniger präsent sein.

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