Leiharbeit bleibt für IG Metall ein Thema

Die IG Metall will das Thema Mitbestimmung bei Leiharbeit noch weiter vorantreiben. Der im Südwesten erzielte Tarifkompromiss sei nur der Anfang.

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Der Kampf um mehr Regeln für die Leiharbeit muss aus Sicht der IG Metall auch nach dem Tarifabschluss eine Hauptaufgabe für die Gewerkschaft bleiben. "Wir haben mit dem Ergebnis keinen Frieden mit der Leiharbeit gemacht", sagte Bezirksleiter Jörg Hofmann in Sindelfingen, wo das oberste Gremium der IG Metall Baden-Württemberg - die Große Tarifkommission - die am Samstag erfolgte Einigung bewertete.

Der Gewerkschaftschef räumte ein, dass die Arbeitnehmer für den Kompromiss ein großes Stück weit von ihren Ursprungsforderungen abrücken mussten. "Das gilt besonders bei der Leiharbeit." Doch als Gesamtpaket sei der Abschluss ein Erfolg. Das zeige sich auch an der Zustimmung der Kommission, die "selten so deutlich" ausgefallen sei wie aktuell.

Hofmanns Bewertung zur Leiharbeit steht damit im Widerspruch zu den Arbeitgebern. So erklärte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser am Wochenende, dass der Abschluss zusammen mit den parallel laufenden Verhandlungen um eine bessere Bezahlung in der Leiharbeitsbranche das Streitthema endlich befrieden müsse. "Nicht nur zwischen den Tarifparteien, sondern auch auf der politischen Ebene", forderte Kannegiesser.

Der Arbeitgeberverband hatte schon weit im Vorfeld der Tarifrunde betont, dass sie nicht der Hauptabnehmer von Zeitarbeit sei. Von den knapp 1 Mio. Zeitarbeitern in Deutschland arbeiteten 2011 nur knapp 170 000 in der Metall- und Elektroindustrie. Dem stehe im Kern die Zahl von 3,5 Mio. Stammbeschäftigten gegenüber.

Hofmann sieht die Auseinandersetzung dagegen nicht als beendet an, jetzt sei erst die Basis für mehr Regeln geschaffen worden: "Wir haben bei der Leiharbeit jetzt einen breiten Fuß in der Türe."

Zudem setzte die IG Metall auch durch, dass für Ausgebildete die unbefristete Übernahme zum Regelfall wird und sie boxte mit 4,3 Prozent Plus die größte Einkommensverbesserung seit rund 20 Jahren durch. Der Abschluss vom Wochenende soll aller Wahrscheinlichkeit nach bundesweit übernommen werden. Beide Tarifparteien hatten bereits entsprechende Empfehlungen abgegeben.

Endgültig will die IG Metall im Südwesten erst am 6. Juni über den Kompromiss abstimmen.

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