Kommentar: Wirkungslose Notbremse

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Wer nicht auf die hohen Berge steigt, kennt die Ebene nicht" - so lautet ein chinesisches Sprichwort. In diesem Sinn haben die chinesischen Anleger durchaus die richtigen Erfahrungen gesammelt: Sie haben lange Zeit kräftig in Aktien investiert und davon profitiert - bis die Kurse zu rutschen begannen.

Jetzt versucht der Staat zu retten, was zu retten ist, stoppt den Handel bei den ersten Anzeichen einer Massenpanik. Doch die Notbremse wird ihre Wirkung verfehlen, denn die Anleger haben schon so viel Geld verloren, dass sie nun auf jede unpopuläre Nachricht mit Verkauf reagieren. Die gab es gestern in Form gedämpfter Konjunkturerwartungen.

Hinzu kommt, dass der Staat selbst die Privatanleger zum Spekulieren ermutigt hatte. Sogar in der offiziellen Parteizeitung wurden Aktientipps veröffentlicht, die sich allerdings nicht als Raketen, sondern als Rohrkrepierer entpuppten. Jetzt steckt Peking in der Klemme: Die Anleger haben Angst, die Wirtschaft wächst schwächer als bisher, und dem Staat als Miteigentümer vieler Börsenkonzerne fehlen durch die sinkenden Kurse satte Einnahmen. Peking wird einsehen müssen, dass Börsen schlicht nicht zu regieren sind. Das ist ein Lernprozess. Doch wie die Chinesen so schön sagen: "Auch der schönste Traum endet mit dem Erwachen."

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