Kommentar: Vetters Bilanz und Mahnung

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Dass Hans-Jörg Vetter die Landesbank Baden-Württemberg von einem Krisenfall wieder zu einer soliden und starken Bank gemacht hat, ist unbestritten. Die herben personellen Einschnitte in den kommenden vier Jahren, die er dem Konzern gewissermaßen als seine letzte wichtige Amtshandlung verordnet, stehen in keinem Widerspruch dazu. Das eine hat mit dem anderen nur wenig zu tun.

Beim Kasino-Kapitalismus, der zur Finanzkrise führte, spielte die LBBW - wie fast alle Großen - auch mit und verzockte sich. Vetter kam als Retter und kappte alle Verbindungen zum großen Rad am Finanzmarkt, aus eigener Überzeugung ebenso wie unter dem Zwang der Regulierung. Die LBBW wurde in der Tat wieder zur attraktiven Adresse.

Dass die ganze Bankenlandschaft inzwischen unter enormem Anpassungsdruck steht, ist bekannt. Die Folgen sind bereits deutlich geworden: Unrentable Filialen werden geschlossen, Fusionen nehmen zu und die Personalzahlen ab. Die LBBW kommt um diese bittere Anpassung nicht herum.

Vetter ist ein grundsolider Banker, großes Getöse liegt ihm fern. Wenn so einer sich über Bürokratie aufregt, sollten bei der Politik die Alarmglocken schrillen. Ja, es gab den Wahn der Banken. Aber auch Bankenregulierung kann zum Wahn werden.

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