KOMMENTAR: Schulden oder Neuanfang

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Arbeitslosigkeit, Krankheit oder eine gescheiterte Existenzgründung - es gibt viele Gründe dafür, dass Bürger überschuldet sind. Einerseits sollen sie dadurch nicht für ihr ganzes Leben handlungsunfähig bleiben. Davon haben weder ihre Gläubiger noch die Gesellschaft etwas. Sie brauchen die Chance für einen Neuanfang. Andererseits darf es nicht zu leicht sein, hohe Schulden anzuhäufen und sie dann einfach und schnell wieder loszuwerden. Zwischen diesen Extremen versucht die Reform der Verbraucherinsolvenz, einen Mittelweg zu finden.

Offenbar haben ihn Justizministerium und schwarz-gelbe Koalition aber nicht getroffen. Auf den ersten Blick klingt es als zu einfach, schon nach drei statt derzeit nach sechs Jahren schuldenfrei zu sein. Doch das kann kaum eine Privatperson schaffen, weil die Hürde zu hoch ist, dass mindestens 35 Prozent der Schulden getilgt werden müssen, warnen die Insolvenzverwalter.

Das hat Gewicht - schließlich sollten sie aus ihrer täglichen Praxis am besten wissen, ob die Verbraucherinsolvenz häufig dazu missbraucht wird, Schulden billig loszuwerden. Bei ihrer Forderung, ganz auf eine Quote zu verzichten, beschleicht den normalen Verbraucher allerdings das schlechte Gefühl, dass der Dumme ist, wer seine Schulden pünktlich bezahlt.

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