KOMMENTAR: Sanierungen müssen sich rechnen

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In Deutschland wird viel zu viel zum Fenster hinausgeheizt, und das im wahrsten Sinn des Wortes. Egal, ob zugige Fenster oder veraltete Heizanlagen, bei der energetischen Sanierung geht es zu langsam voran, gerade in Zeiten der Energiewende. Da ist die Mietrechtsreform, die jetzt die schwarz-gelbe Regierung nach langen Diskussionen auf den Weg gebracht hat, nur ein Baustein, auch wenn er nicht zu unterschätzen ist.

Für Mieter ist es zweifellos ärgerlich, wenn sie während der Bauarbeiten Lärm und Dreck ertragen und trotzdem die volle Miete zahlen müssen - noch dazu mit der Aussicht, dass diese anschließend steigt, weil die Sanierungskosten umgelegt werden. Dafür sollten die Energiekosten sinken - oder zumindest nicht steigen, was in Zeiten explodierender Ölpreise schon ein Erfolg ist. Doch die Mieter sollten sich auch in die Haut ihres Vermieters versetzen. Das sind weniger Heuschrecken, die möglichst viel abkassieren wollen, als häufig Privatleute, die mit einer Mietwohnung etwa die Rente aufbessern. Für sie sind schon die Kosten der Sanierung schwer zu stemmen. Da ist die drohende Mietminderung ebenso ein Hemmschuh wie Einsprüche von Mietern, die eine Maßnahme monatelang bremsen.

Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif. Nur wenn Wohnungen - und Sanierungen - eine vernünftige Rendite abwerfen, investieren Vermieter. Die Politik ist gut beraten, nur gegen Auswüchse vorzugehen, ansonsten aber für einen funktionierenden Markt zu sorgen. Die Praxis zeigt: Vermieter können häufig die Möglichkeiten für Mieterhöhungen gar nicht ausnutzen, eben weil es der Markt nicht hergibt.

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