KOMMENTAR: Preisdrückerei zeigt Folgen

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Gute Nachrichten für die Verbraucher sehen anders aus: Milch um 20 Prozent teurer. Auch für Wurst und Saft, heißt es, tiefer in den Geldbeutel zu greifen. Dass der Discount-Riese Aldi wieder einmal den Preisführer gibt, hat nachvollziehbare Gründe: Beständig steigende Energiepreise wirken in allen Bereichen der Wirtschaft als Kostentreiber. Bis diese am Ende bei den Verbrauchern landen, war nur eine Frage der Zeit. Im Blick auf den satten Preissprung bei der Milch kommt hinzu, dass derzeit die Karten zwischen Bauern und Molkereien auf der einen und den Handelskonzernen auf der anderen Seite neu gemischt werden.

Die rigorose Preisdrückerei, mit der Aldi und Co. der Milchwirtschaft über Jahre hinweg das Leben mehr als nur schwer gemacht haben, zeigt jetzt Konsequenzen. Und die gehen klar zu Lasten des Handels, weil Milch inzwischen knapp ist. Bauernsterben heißt hier das eine Stichwort und Flucht in den Export in Richtung der profitableren wachstumsstarken Schwellenländer das andere. Ob die neuen Verhältnisse am Milchmarkt Bestand haben, ist indes noch nicht ausgemacht. Darüber entscheiden nicht zuletzt die Bauern. Reagieren sie auf höhere Milchpreise - wie schon oft - mit Produktionssteigerungen, sieht die Welt schon bald wieder anders aus.

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