KOMMENTAR: Nationales nicht gefragt

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In normalen Zeiten hätte der Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark kein kleineres Beben an den Finanzmärkten ausgelöst. Inmitten der Wirren um den Kurs der Notenbank bei der Eindämmung der Schuldenkrise schürte sein Abgang im September aber neue Unsicherheit. Aus einer Personalie wurde ein Politikum von vermeintlich größtem Gewicht. Schließlich stand Stark für die kompromisslose Lehre einer rein auf Preisstabilität verpflichteten EZB - und für den deutschen Einfluss auf die europäische Geldpolitik.

Jetzt ist auch der deutsche Kandidat Asmussen ebenso wenig zum Zug gekommen wie sein französischer Mitbewerber. Doch statt nationalem Wehklagen über weiteren Bedeutungsverlust Deutschlands in der Notenbank wird der neue EZB-Präsident Mario Draghi für sein gutes Gespür gelobt. So schnell ändern sich Urteile, wenn die Nervosität sich ein wenig gelegt hat.

Richtig bleibt: Die EZB muss ihrem Bedeutungszuwachs mit kompetenter Politik gerecht werden. Nationale Kategorien dürfen dabei keine Rolle spielen, umso mehr aber europäische Einigkeit. Das ist die eine Lehre, die man schon jetzt aus der Schuldenkrise ziehen muss. Die zweite Lehre: Starks strenge Geldpolitik ist grundsätzlich richtig - nicht aber in Zeiten einer historischen Krise. HELMUT SCHNEIDER

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