KOMMENTAR: Mit Vorsicht zu genießen

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Mindestens 20 Prozent - eher aber mehr - der Automobilfabriken in Europa seien überflüssig, hieß es in mehreren Studien noch im vergangenen Jahr. Opel hat Ende 2011 die Fabrik im belgischen Antwerpen geschlossen, im portugiesischen Ableger waren schon zuvor die Lichter ausgegangen. Ende 2014 ist auch in Bochum Schluss. Und jetzt kommen die Experten von PricewaterhouseCoopers und erzählen, der Autoabsatz in Europa werde zulegen.

Nicht nur Opelaner mögen sich die Augen reiben. Eigentlich ist der Markt in Europa gesättigt. Die Autos heute rosten längst nicht mehr und halten viel länger. Daneben wird das Geld bei den Verbrauchern in den Krisenländern Europas auch künftig nicht locker sitzen. Sie werden noch auf einige Zeit andere Sorgen haben als die Frage, welches neue Auto sie sich kaufen sollen.

China wird zwar der Motor auf dem Automarkt bleiben. Ob er weiter so rund läuft wie bisher, muss sich allerdings erst zeigen.

Die Studie der schlauen Unternehmensberater aus Frankfurt ist mit Vorsicht zu genießen. Möglicherweise ging es den Herren in den dunklen Anzügen vor allem darum, wenige Tage vor der weltgrößten Autoschau in Frankfurt gute Stimmung zu verbreiten. Das aber sollte den Blick auf die Realität nicht verstellen.

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