KOMMENTAR: Keine falschen Zahlen bitte

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Man braucht eine Behauptung nur oft genug zu wiederholen, dann setzt sie sich doch irgendwann im Kopf der Menschen fest - als vermeintliche Tatsache. Nach diesem Muster wird Politik gemacht. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Diskussion um die Rente mit 67. Gegner ziehen hier nur zu gern das beste Gegenargument heran: Man könne nicht das Rentenalter heraufsetzen, wenn die Arbeitswelt immer härter werde und die Beschäftigten immer früher zum Aufhören zwinge.

So klingt es bei den Gewerkschaften immer und bei der SPD oft an. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit, die in dieser Frage keine Klientel oder Wähler im Auge hat, weiß es besser: Seit zehn Jahren nimmt der Anteil der arbeitenden Älteren nicht ab, sondern zu, und zwar ziemlich deutlich.

Möglichst bald und möglichst ohne Abschläge in Rente zu gehen, wäre eine feine Sache. Das Dumme ist nur, dass das nicht geht. Die Deutschen werden immer älter und der Anteil der Jungen, die sie versorgen müssen, immer kleiner. Sollen sie künftig noch mehr bezahlen? Wohl kaum. Soll die Rente drastisch gekürzt werden? Wohl kaum.

Wie anders als mit längerer Lebensarbeitszeit lässt sich das Ganze lösen? Darauf will man eine richtige Antwort haben - und keine falschen Zahlen. HELMUT SCHNEIDER

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