Kommentar: Keine Apokalypse

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Wem wird es jetzt wohl schwer ums Herz werden: Dem deutschen Programmierer, der die Sicherheitslücke Heartbleed (übersetzt: Herzbluten) zu verantworten hat? Den Sicherheitsbehörden, die damit Millionen von Nutzern ausspionieren konnten und deren Hintertür jetzt verschlossen ist? Oder gar niemandem, weil die Lücke erst jetzt entdeckt und schnell geschlossen wurde?

Wie so oft in der Vergangenheit dürften die, von selbsternannten Experten entworfenen apokalyptischen Szenarien ausbleiben. Bankkonten werden nicht zu Tausenden geplündert. Es kommt durch Heartbleed nicht zum massenweise Ausspionieren von Firmennetzen, und auch Internetkonten fallen in den kommenden Tagen nicht millionenfach Kriminellen in die Hände. Es wird einfach nichts passieren - bis in einigen Wochen der nächsten Sicherheits-Super-Gau ausgerufen wird. Bei Heartbleed sollte anfangs zwei Drittel des Webs betroffen sein, gestern waren es nur noch wenige Prozent der Server.

PC-Spezialisten, Medien und Software-Sicherheitsfirmen übertrumpfen sich gerne in Schreckensszenarien. Sicher: Im Internet werden Nutzer um Millionen Euro betrogen, die NSA-Affäre hat historische Ausmaße. Aber dabei handelt es sich um gezielte Aktionen und nicht um Löcher in Programmen, von denen es in den Millionen Zeilen Software viele geben dürfte.

Herzblut sollte man lieber in gute Passwörter und Vorsicht im Internet investieren

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