Kommentar: Im Kaffeesatz gelesen

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Wirtschaftsforscher stellen gern große Modelle auf, um scheinbar exakt auszurechnen, wie sich die Konjunktur und andere Faktoren in den nächsten Jahren entwickeln. Leider tut ihnen die Realität immer wieder nicht den Gefallen, sich an diese Rechnungen zu halten. Die Zukunft ist nun einmal nicht so einfach vorherseh- und berechenbar.

Es spricht für Mut, wenn nicht für Übermut, wenn die Wirtschaftsforschungsinstitute exakt wirkende Zahlen in die Welt setzen, welche Folgen bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde drohen: 2015 dürften nach ihrer Einschätzung 200.000 Arbeitsplätze verloren gehen, danach bis 2018 weitere 150.000. Das klingt dramatisch und ist doch nicht mehr als Kaffeesatzleserei, wenn auch auf hohem wissenschaftlichen Niveau. Denn die Forscher geben selbst zu, dass die Konsequenzen außerordentlich schwer abzuschäzten sind.

Da wäre es besser gewesen zu sagen: Wir befürchten negative Effekte, können sie aber nicht genau quantifizieren. Genaue Zahlen wären gar nicht nötig, weil die Auswirkungen auf das Wachstum sehr bescheiden sein dürften. Daher helfen sie kaum weiter, etwa beim Abschätzen der Entwicklung der Steuereinnahmen im nächsten Jahr. Manchmal ist Zurückhaltung auch für Forscher klüger.

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