KOMMENTAR: Hilfe,dieTouris kommen

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Wer noch einen Koffer in Berlin hat und die aufregend schöne Stadt nach einiger Zeit wieder einmal besucht, dürfte sich wundern: Auf Straßen, in Kneipen, in Geschäften, bei Konzerten und erst recht in Museen und am Reichstag sind viele fremde Sprachen zu hören. So viele, dass es inzwischen Aufkleber gibt wie "Hilfe, die Touris kommen" oder "Berlin liebt dich nicht" und Anwohner aller Schichten gegen die Überflutung demonstrieren.

Das hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun. Die Stadt ist weiterhin arm, sexy und weltoffen. Aber viele Berliner haben genug von lauter Musik bis in den Morgen, zerschlagenen Flaschen auf Radwegen und immer teureren Laden- und Wohnungsmieten. Die Zahl der Betten hat sich seit 2001 von 62000 auf über 120000 verdoppelt. 2012 eröffnen weitere 21 Hotels. Und die 20 Mio. Übernachtungen sollen bis 2020 auf 30 Millionen steigen.

Doch auch wenn 230 000 Menschen in dem Bereich Arbeit finden: Zum Tourismus gehört nicht nur das Anwerben Reiselustiger und ungezügelter Bau von Hotels und Pensionen, sondern auch eine intelligente, möglichst vielen Bedürfnissen gerecht werdende Regulierung. Auch in anderen Städten Deutschlands sollten Einnahmen aus Steuern und Gebühren nicht im Vordergrund stehen. THOMAS VEITINGER

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