Kommentar: Gefahren fürs Jobmärchen

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Vor dem gewohnt skeptisch bis pessimistischen Ausblick darf bilanziert werden: Das war ein ausgezeichnetes Jahr 2015 auf dem Arbeitsmarkt. Niedrige Arbeitslosenzahlen bei entsprechend rekordverdächtiger Beschäftigung - und zwar nicht bei geringfügig entlohnten und kurzfristig Beschäftigten, sondern bei sozialversicherungspflichtigen Stellen. Deutschland, ein Jobmärchen.

Es sieht so aus, als würde das Märchen in diesem Jahr weitergehen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles drückt es sachlicher aus: Das Risiko, arbeitslos zu werden, war noch nie so gering wie heute. Die Zahl der freien Stellen ist so hoch wie selten, viele Firmen tun sich schwer, Mitarbeiter zu finden.

Wie im Märchen lauern aber auch in der Wirtschaft ständig neue Gefahren. Langzeitarbeitslose haben trotz aller Förderprogramme immer noch wenig Chancen, die Integration der Flüchtlinge wird zunächst viel Geld kosten und auch die Arbeitslosenstatistik bald weniger glanzvoll aussehen lassen.

Die größte Gefahr liegt aber außerhalb deutscher Grenzen: Sollte die Konjunktur in der Welt und vor allem in den großen Schwellenländern noch mehr schwächeln, wäre auch der hiesige Arbeitsmarkt betroffen. Die Bilanz 2016 würde dann nicht mehr ganz so schön aussehen.

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