KOMMENTAR: Frankreich fehlt es noch an Fitness

|

Ein Wort macht die Runde, seitdem die Regierung in Paris das von ihr bestellte Gutachten zur Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft in den Händen hält: "Schocktherapie". Denn die darin empfohlene Entlastung der Unternehmen von Lohnnebenkosten passt so gar nicht in das Weltbild der Sozialisten und ihres Präsidenten Hollande. Seit einem halben Jahr ist er jetzt im Amt und längst schon auf dem harten Boden der Wirklichkeit gelandet.

Die französische Wirklichkeit krankt vor allem daran, dass der Wirtschaft das Fitnessprogramm erst noch bevorsteht, welches Nachbar Deutschland schon hinter sich hat. Der Niedergang der französischen Autoindustrie verdeutlicht vielleicht am besten, dass Frankreich im Ausland an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat. Wer dies ändern will, kommt nicht darum herum, die Kosten der französischen Unternehmen zu senken.

Zu Frankreichs Selbstverständnis zählt traditionell die Abgrenzung zu Deutschland und seinem Wirtschaftsmodell. Dagegen ist nichts einzuwenden, so lange das eigene Modell erfolgreich ist. Davon ist Paris aber weiter entfernt denn je. Das Haushaltsdefizit ist dabei nur eines von mehreren Krisensymptomen. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Die stärkste Bedrohung zielt jedoch auf den Euro-Verbund und damit auf Deutschland. Ohne ein stabiles Frankreich gibt es auch keinen stabilen Euro.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ende der möglichen Jamaika-Koalition kam für viele Ulmer überraschend

Umfrage: Einige Passanten hätten sich eine Einigung gewünscht, manche finden das Handeln der FDP jedoch konsequent. weiter lesen