KOMMENTAR: Die Mär vom großen Topf

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Peter Schneider hat auch kein Patentrezept dafür, wie die Euro-Schuldenkrise beigelegt werden könnte. Das ist auch nicht seine Aufgabe. Aber der Präsident des großen Sparkassenverbandes Baden-Württemberg macht begreifbar, was sich hinter Begriffen wie Bankenunion, die oft nicht sauber definiert werden, im Konkreten stecken kann. Die europäische Einlagensicherung jedenfalls wäre in der Tat in ihrer Reinform ein Reinfall.

Sie hat gottlob keine Chance, verwirklicht zu werden. Gleichwohl ist Schneiders Warnung kein populistischer Popanz, berührt sie doch den Geist von Haftung und Verantwortung, den beiden zentralen Begriffen bei der Lösung der Euro-Schuldenkrise überhaupt.

Ein riesiger Geldtopf, aus dem alle von Bankenpleiten Betroffenen bedient werden - welch schöner Gedanke! Allein, er ist eine Mär und führte genau zum Gegenteil dessen, was eine bessere Finanzarchitektur sein müsste. Die private Geldanlage verkäme zur privaten Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit.

Das selbe Prinzip auf der Bankenseite: Warum sollte sie das Geld ihrer Kunden mit Sorgfalt anlegen, wenn im Notfall ein großer Retter bereit stünde? Ohne das Prinzip Verantwortung wäre übrigens auch der größte Retter schnell zu klein - bei der Einlagensicherung wie bei der Euro-Rettung.

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