KOMMENTAR: Die letzte Pokerrunde

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Der Verkauf eines Großunternehmens ist sicher etwas komplizierter als der eines Einfamilienhauses - aber er folgt im Prinzip dem selben Muster: Es geht um den Preis, der die Interessen aller Beteiligten auf einen gemeinsamen Nenner bringen kann - oder eben auch nicht. Dann kommt kein Kauf zustande. Bis dahin wird gnadenlos gepokert.

Auch bei Schlecker wird seit Wochen und Monaten gepokert. Investoren wollen möglichst wenig bezahlen, Gläubiger wenig verlieren, Mitarbeiter möglichst wenig verzichten. Dazwischen sitzt der Insolvenzverwalter, der das Ganze leitet und managt.

Gestern hat Arndt Geiwitz die letzte Runde eingeläutet. Es ist jetzt unzweideutig klar, dass das Spiel am kommenden Freitag vorbei ist, wenn jeder nur auf seine Karten schaut. Die Investoren werden statt eines Schnäppchens dann gar nichts haben. Auch die Gewerkschaft Verdi riskiert, dass fast 15 000 Beschäftigte, davon viele Verdi-Mitglied, nicht ein paar Prozent weniger Lohn bekommen, sondern das Kündigungsschreiben. Und die Gläubiger können das Geld, das ihnen Schlecker schuldet weitgehend in den Wind schreiben.

Nichts kann Schlecker mehr retten - nur das Eigeninteresse der Pokerrunde, dass am Ende nicht alle verlieren.

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Themenschwerpunkt

Die Schlecker-Pleite

2012 meldete Schlecker, Europas ehemals größte Drogeriemarktkette, Insolvenz an. Damals hatte Schlecker noch 7000 Filialen und etwa 30.000 Mitarbeiter.

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