KOMMENTAR: Berechtigte Moralpredigt

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Was würden wir Deutschen sagen, wenn die USA Jahre dafür bräuchten, einen ihrer Bundesstaaten finanziell zu sanieren. Oder wenn China die Verschuldung einer seiner ungezählten Millionenstädte nicht in den Griff bekäme? Peanuts, Kleinkram also, wäre das aus deutschem und auch europäischem Blickwinkel.

Aus dem globalem Blickwinkel, dem der Internationale Währungsfonds (IWF) verpflichtet ist, darf man dieses Bild durchaus heranziehen, auch wenn es in seinen geldpolitischen und konjunkturellen Folgerungen schief sein mag. Nicht schief, sondern berechtigt ist die wachsende Ungeduld der im IWF organisierten Weltgemeinschaft mit dem zähen Kampf der Europäer gegen ihre Schuldenkrise. Denn im globalen Maßstab sind die Europäer immer noch sehr reich.

Weil Europa mit großem Abstand die größte Wirtschaftsmacht ist, wirkt seine drohende ökonomische Lähmung ebenso unmittelbar wie massiv auf den Rest der Welt. Der trägt an der hausgemachten Euro-Krise keine Schuld, droht jetzt aber deshalb Schaden zu nehmen.

Die Dinge sehen meist etwas anders aus, wenn man den Standort des Betrachtens wechselt. Deshalb ist die Mahnung des IWF an Europa nicht nur schlüssig. Sie ist vor allem auch aus moralischem Blickwinkel berechtigt.

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