Köche und Kellner fehlen

Das gute Konsumklima macht sich auch in deutschen Hotels und Gasthöfen bemerkbar. Die Geschäfte laufen besser. Dennoch klagt die Branche: Sie gerät in Personalnot. Beim Nachwuchsgewinn hapert es.

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Der wirtschaftliche Aufschwung im Südwesten macht sich auch im Hotel- und Gaststättengewerbe bemerkbar. Der Umsatz der Branche stieg in den ersten elf Monaten des Jahres 2013 um 1,5 Prozent auf etwa 9,2 Mrd. EUR. Insbesondere die Gastronomie konnte mit einem Zuwachs von 2 Prozent deutlich zulegen.

Für das kommende Jahr ist die Branche recht optimistisch, "2014 rechnen wir mit einem Umsatzwachstum von 1,5 Prozent", prognostizierte Fritz Engelhardt, der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Baden-Württemberg, auf der Branchen-Pressekonferenz in Stuttgart. Der Arbeitgeberverband Dehoga hat etwa 12 000 Mitgliedsbetriebe und vertritt damit mehr als ein Drittel der über 30 000 Gastro- und Hotellerie- Betriebe im Land.

Ein starkes Plus verzeichnete der Verband auch bei der Belegschaftsentwicklung in den Mitgliedsbetrieben. 2013 waren bei denen über 115 000 Sozialversicherungspflichtige beschäftigt und somit 3 Prozent mehr als im Vorjahr. "Trotz der guten Entwicklung bleibt der Fachkräftemangel für uns eine große Herausforderung. Im Dezember haben wir 3125 unbesetzte Stellen verzeichnet", warnt Engelhardt.

Mit über 7000 Auszubildenden ist die Hotel- und Gastronomiebranche immer noch eine der großen Ausbildungsbranchen in baden-Württemberg. Jedoch ist nicht nur die Zahl der Anfänger von Jahr zu Jahr rückläufig, es brechen auch immer mehr Azubis ihre Ausbildung ab. Die Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) für den Berufsbildungsbericht 2013 kommt zu dem Schluss, dass 49,4 Prozent der Köche und über 50 Prozent der Kellner ihre Ausbildung vorzeitig beenden. Zum Vergleich: Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes liegt die durchschnittliche Abbrecherquote der Auszubildenden bei 24 Prozent.

"Um die Qualität der Ausbildung zu verbessern haben wir die initiative ,Das Ausbildungsversprechen eingeführt", sagt Engelhardt. "Die teilnehmenden Betriebe verpflichten sich hier freiwillig zur Einhaltung von Qualitätsstandards."

Neben Azubis sollen zunehmend EU-Bürger aus dem Osten die Lücken schließen. "Wir Begrüßen die Öffnung unseres Arbeitsmarktes für diese Personen ausdrücklich. Populistische Äußerungen der Politik, dass es sich bei deren Zuwanderung um Sozialtourismus handelt, halten wir für realitätsfern", sagt der Verbandschef. "Wir haben kein Problem mit diesen Menschen sondern ein Problem ohne sie!"

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