Hotelbranche: Geschäftsmodell in Gefahr

Der Hotelbranche geht es dank guter Konjunktur und reisefreudiger Gäste aus dem Ausland gut. Doch ein mächtiger Konkurrent könnte das ändern.

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Die Jahresbilanz fällt prima aus, die Aussichten für 2016 sind rosig. Bei Übernachtungszahl und Umsatz erwarten Hotels und Pensionen in Deutschland nach einem Rekordjahr wieder ein Rekordjahr. Doch die Herren vom Hotelverband Deutschland preisen nicht nur die Erfolge der Branche. Sie tragen Sorgen vor, die nach mehr klingen als Jammern auf hohem Niveau.

"Wir sitzen auf einem Pulverfass", sagt der Hauptgeschäftsführer Markus Luthe. "Das Geschäftsmodell ist geeignet, die Grundlagen von Tourismus zu gefährden." Gemeint sind Internetportale wie Airbnb und Wimdu, die die Vermietung von Wohnungen und Ferienhäusern an Reisende vermitteln.

Wenn in beliebten Städten wie Berlin oder München immer mehr Reisende in normalen Wohnhäusern nächtigten, dann sinke unter den Einheimischen die Akzeptanz für den Tourismus insgesamt. Das zeigt das Beispiel Paris, wo es so viele Privatunterkünfte wie Hotelzimmer gebe.

Die Hotelbesitzer wurmt natürlich, dass da eine mächtige Konkurrenz herangewachsen ist, die dem etablierten Herbergen das Geschäft streitig macht. Etwas giftig sagt der Verbandsvorsitzende Fritz Dreesen, die angebliche "Sharing Economy" (Wirtschaft des Teilens), für die Airbnb romantisch verklärt auf den Reisemarkt stehe, sei in Wirklichkeit eine "Shadow Economy" (Schattenwirtschaft).

Seine Begründung: Die Online-Portale agierten bei der Vermittlung in einem rechtlichen Freiraum. Der gehe nicht nur zulasten der Anwohner und Steuerzahler, sondern auch der reisenden Mieter. Die Kunden bekämen nämlich den Verbraucherschutz gerade nicht, der sonst stets gefordert werde. Airbnb sieht das anders und will möglichst lockere Regeln, wie sich im Streit mit der Stadtregierung von Berlin zeigt.

Die Senatsverwaltung hat vor zwei Jahren ein Verbot erlassen, normale Wohnungen im Stadtgebiet in Ferienwohnungen umzuwidmen. Ziel: Der schon knappe Wohnraum soll nicht noch knapper werden. Von Mai an wird es auch keine Ausnahmen mehr geben.

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