Handelsverband: Innenstädte reizen nicht mehr

Die Stimmung im deutschen Einzelhandel ist gut. Die Konsumlaune der Bundesbürger lässt die Kassen klingeln. Doch in den Innenstädten läuft es mau.

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Alarmstimmung in Deutschlands Einkaufsstraßen: Fast drei Viertel der Händler in den Fußgängerzonen und Passagen klagen über rückläufige Besucherzahlen. Sogar beste Lagen wie der Kurfürstendamm in Berlin seien vom Kundenschwund betroffen, berichtet der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE) Stefan Genth am Dienstag in Düsseldorf.

Schuld daran ist nach Einschätzung vieler Händler nicht nur der Boom des Online-Handels, sondern auch der Attraktivitätsverlust vieler Innenstädte. Hohe Parkplatzgebühren und ein in die Jahre gekommenes Straßenbild seien Mitschuld an der Entwicklung.

Dabei geht es dem deutschen Einzelhandel eigentlich so gut wie lange nicht mehr. Rund 44 Prozent der Einzelhändler rechnen nach einer aktuellen HDE-Umfrage in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen.

Nur 24 Prozent erwarten, dass die Geschäfte schlechter laufen als 2015. Die Stimmung im Handel ist damit so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Eigentlich.

Doch verbergen sich hinter diesen Zahlen unterschiedliche Entwicklungen. Üppige Wachstumsraten gibt es vor allem im Online-Geschäft, wo die Umsätze in diesem Jahr um rund 11 Prozent zulegen sollen. Dabei sind es nicht nur Amazon und Zalando, die wachsen. Auch immer mehr stationäre Händler haben sich ein erfolgreiches Online-Standbein zugelegt.

Der herkömmliche Handel muss dagegen voraussichtlich mit einem Umsatzplus von einem Prozent zufrieden sein. Hier laufen vor allem die Geschäfte des Lebensmittelhandels gut, wo die Internet-Konkurrenz noch keine große Rolle spielt.

Auch der Möbelhandel floriert. Angesichts niedriger Zinsen investieren viele Bürger ihr Geld lieber in eine neue Küche, als es auf das Bankkonto zu legen.

Nicht so gut läuft es dagegen für viele Modehändler. Die Branche ist mitten in einem tiefgreifenden Umbruch. Gründe dafür sind die Erfolge von Online-Händlern wie Zalando, von internationalen Ketten wie H&M und von Textildiscountern wie Primark.

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