Gutachter entlastet Ex-Porsche-Finanzchef

Im Prozess gegen Ex-Porsche-Finanzchef Holger Härter ist gestern der erste Gutachter aufgetreten. Er sieht keinen Anhaltspunkt für einen Kreditbetrug.

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Holger Härter, der Ex-Finanzchef von Porsche, steht vor Gericht.

Im Kreditbetrugs-Prozess gegen den ehemaligen Porsche-Finanzchef Holger Härter ist gestern der erste Gutachter zu Wort gekommen. Das Stuttgarter Landgericht hörte einen Experten, der sich mit den hochkomplexen Optionsgeschäften befasste, mit deren Hilfe der Sportwagenbauer einst Volkswagen übernehmen wollte. Es seien keine nennenswerten finanziellen Risiken zu erkennen gewesen, sagte der Betriebswirtschaftsprofessor Klaus Schäfer. Die Anklage wirft Härter vor, im Jahr 2009 bei Kreditverhandlungen mit der Bank BNP Paribas nicht umfassend genug informiert zu haben.

Härter gilt als der Kopf der geplanten und am Ende geplatzten Übernahme von Europas größtem Autobauer. Der Manager hatte es mit Hilfe von komplexen Finanzinstrumenten geschafft, VW-Anteile deutlich unter Börsenwert zu kaufen. Im Zuge der Wirtschaftskrise krachte das riskante System, das Wetten ähnelte, am Ende aber in sich zusammen.

Angeklagt sind der frühere Finanzchef und zwei seiner damaligen Führungskräfte nun, da sie im Frühling 2009 zur heißen Phase der Übernahmeschlacht bei Kreditverhandlungen mit der französischen BNP angeblich milliardenschwere Risiken verheimlicht haben sollen. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe. Neben der Korrektheit aller Angaben für die Bank spielt auch deren Zeitpunkt eine Rolle.

Im Mittelpunkt der Aussage des Fachmann für "Derivate Finanzmarktinstrumente" stand unter anderem das englische Fachvokabular, über dessen Übersetzung sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft streiten.

Schäfer hatte zunächst im Auftrag von Härters" Verteidigung ein entlastendes Gutachten erstellt und war später dann vom Gericht zum Sachverständigen bestellt worden. An diesem Montag will das Gericht voraussichtlich den Experten der Staatsanwaltschaft hören.

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