Große Unsicherheit weicht der Erleichterung

Märkte und Ökonomen reagieren erleichtert auf das Schottland-Referendum. Der Wirtschaft in Europa bleiben unkalkulierbare Risiken erspart.

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Das britische Pfund profitierte gestern davon, dass sich nach Ansicht von Wirtschaftsexperten beim Referendum der Schotten die Vernunft durchsetzte.  Foto: 

Kein Bruch mit London, kein Durcheinander in Wirtschafts- und Währungsfragen: Finanzmärkte und Volkswirte haben erleichtert auf das Votum der Schotten gegen eine Abspaltung von Großbritannien reagiert. Das Ergebnis habe das Vereinigte Königreich vor einer Phase starker Unsicherheit bewahrt und Zweifel beseitigt, hieß es in vielen Kommentaren und Analysen.

"Das Worst-Case-Szenario konnte vermieden werden", schrieb ein Analyst der italienischen Großbank Unicredit. Er sah die britische Wirtschaft nach dem Ja der Schotten zum Verbleib im Königreich auf einem robusten Wachstumspfad. Allerdings dürfte eine Rückkehr zu "business as usual" nach Einschätzung der DZ Bank nur bedingt möglich sein: "Dies liegt vor allem an den Zugeständnissen, die die britische Regierung den Schotten versprochen hat." Unter anderem soll Schottland in der Finanzpolitik bessergestellt werden.

Das schottische Ergebnis gab dem britischen Pfund Auftrieb. Am Morgen wurde die Währung des Vereinigten Königreichs bei 1,6473 US-Dollar und 1,2753 EUR gehandelt - je etwa ein halbes Prozent höher als am Vortag. "Die Aufregung ist vorbei", sagte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Der Markt könne sich wieder ökonomischen Themen widmen.

Der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner, bewertete den Ausgang des Schottland-Referendums positiv: "Genauso wie es eine dumme Idee war, dass Schottland aus Großbritannien austritt, ist es eine dumme Idee, dass Großbritannien aus Europa austritt." Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sprach von einer Vernunftentscheidung. Die wirtschaftlichen und finanzpolitischen Folgen eines Yes wären unkalkulierbar gewesen.

Nach Auffassung der Berenberg Bank hat die Volksabstimmung auch die Chancen für einen Verbleib der Briten in der EU erhöht: Wenn es im Jahr 2017 zu einem Referendum in Großbritannien kommen sollte, "erwarten wir keinen Austritt des Vereinigten Königreichs". Ähnlich beurteilte dies die Landesbank Baden-Württemberg: "Große Umwälzungen wird es nun nicht geben."

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