Google kauft sich Intelligenz

Google hat das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Londoner Startup-Unternehmen Deep Mind gekauft. Es ist nach eigenen Angaben spezialisiert auf maschinelles Lernen und Neurowissenschaften.

|
Ein Blick ins Google-Rechenzentrum: Es bekommt Unterstützung durch künstliche Intelligenz. Foto: dpa

London - Google setzt groß auf künstliche Intelligenz. Der US-Internet-Konzern kauft die britische Firma Deep Mind, die daran arbeitet, Computern das Denken beizubringen. Google bestätigte die Übernahme unter anderem dem Technologieblog "Recode" und dem "Wall Street Journal". Ein Preis wurde offiziell nicht genannt.

Nach Informationen der "Financial Times" und des Online-Dienstes "The Information" zahlte Google 500 Mio. Dollar (365 Mio. EUR). Diesen Berichten zufolge überbot Google das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook, das ebenfalls an Deep Mind interessiert gewesen sei.

Schon länger wird spekuliert, Google könnte zu künstlicher Intelligenz greifen, um seine großen Datenbestände besser auszuwerten. Das Unternehmen entwickelt unter anderem den Dienst Google Now, der als eine Art persönlicher Assistent seiner Nutzer gedacht ist. Das Programm weist seine Nutzer darauf hin, wenn ein Verkehrsstau einen ihrer Termine verzögern könnte. Die Technologie könnte Googles selbstfahrenden Autos zugutekommen, die riesige Datenmengen auswerten müssen.

Der Konzern hatte wiederholt erklärt, man wolle den Kunden die richtige Antwort für jede Situation bieten - oft noch bevor sie wüssten, dass sie eine Frage haben. Schon bei der Internet-Suche versucht Google, sich bei der Anzeige von Ergebnissen auf den Kontext wie Ort, Tageszeit oder Interessen des Nutzers zu stützen. Laut "The Information" richtet Google einen Ethikrat ein, der dafür sorgen soll, dass die Technologie von Deep Mind nicht missbraucht wird.

Über Deep Mind ist nicht viel bekannt. Gründer ist Demis Hassabis, ein einstiges Schach-Wunderkind. Er ist 37 Jahre alt, entwickelte Simulationsspiele und studierte Neurowissenschaften. Auf der eigenen Webseite erklärt Deep Mind selbst über sich, man verbinde die besten Techniken des maschinellen Lernens und der Neurowissenschaften, um "lernende Algorithmen" zu entwickeln.

Google hatte bereits 2012 den Futuristen Ray Kurzweil an Bord geholt, der im Bereich der künstlichen Intelligenz forscht. Derzeit geht es in der Forschung darum, dass Computer eigenständig Probleme lösen. Es herrscht Skepsis, ob Computer je wie Menschen denken können. Auch andere große Technologie-Unternehmen stiegen in den vergangenen Jahren in Forschung zur künstlichen Intelligenz ein. So bildete Facebook eine entsprechende Abteilung und der Branchenriese IBM setzt dafür auf seine Supercomputer-Technologie Watson.

Für Google ist es der nächste Schritt bei Zukunftstechnologien. Vor kurzem machte der Konzern ein Roboter-Projekt öffentlich, für das schon mehrere Spezial-Unternehmen zusammengekauft wurden.

Es wurde zudem bekannt, dass sich Google mit Samsung, dem südkoreanischen Smartphone-Marktführer, Patente teilen will. Die Vereinbarung gilt nicht nur für die kommenden zehn Jahre, sondern auch rückwirkend. Google bekam voriges Jahr allein in den USA 1851 Patente zugesprochen.

-

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Teva streicht weltweit 14.000 Stellen

Die Ratiopharm-Mutter Teva will weltweit 14.000 Stellen streichen. In Deutschland hat der Konzern 2900 Mitarbeiter, die meisten arbeiten in Ulm. weiter lesen