Gläubiger machen Druck auf Schlecker

Eine dramatische Wende im Fall Schlecker: Nach Medienberichten droht der insolventen Drogeriemarktkette eine Zerschlagung. Das Unternehmen stünde somit vor dem endgültigen Aus.

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Blick auf eine Schlecker-Filiale in Dortmund: Der Rettungsplan des Insolvenzverwalters droht zu scheitern. Foto: dpa

Es sind keine guten Nachrichten für die 3200 noch bestehenden Schlecker-Filialen in Deutschland. Die insolvente Drogeriemarktkette steht einem Medienbericht zufolge vor dem endgültigen Aus. Der Rettungsplan von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz drohe zu scheitern, schreibt das "Manager Magazin" unter Berufung auf mit dem Verfahren vertraute Personen. Sie werden in den Gläubigerkreisen vermutet. Diese verlieren nämlich langsam die Geduld.

Denn das Unternehmen schreibt nach wie vor tiefrote Zahlen. Der Insolvenzverwalter räumte die Verluste Anfang Mai ein und bestätigte Vermutungen, dass es um Schlecker nicht gut steht. Nun könnten die Gläubiger die Reißleine ziehen und noch in dieser Woche die Zerschlagung des Unternehmens beschließen. Das verliere derzeit pro Tag im Schnitt einen sechsstelligen Geldbetrag, meldet das Magazin.

Patrick Hacker, Sprecher der Insolvenzverwaltung weist dies als Spekulationen zurück. Er bestätigt, dass es durchaus Schwierigkeiten im Insolvenzverfahren gebe: "Es klemmt an verschiedenen Ecken." Bis zuletzt gelte es aber, das Unternehmen als großes Ganzes an einen Investor zu veräußern.

Auch die Gewerkschaft Verdi hat keine Hinweise auf eine Zerschlagung der Drogeriemarktkette: "Der Insolvenzverwalter hat aber bereits Anfang Mai betont, es sei nicht rosig um Schlecker bestellt und sprach von Einzellösungen", hieß es von der Verdi-Pressestelle in Berlin. Für die Mehrheit der derzeit noch rund 3200 deutschen Schlecker-Filialen könnte eine Einzellösung allerdings das Ende bedeuten.

Dass es gelingen könnte das Unternehmen als Ganzes zu veräußern, wird immer unwahrscheinlicher. Zumal jetzt schon der Kuchen aufgeteilt wird: Anfang Mai wurde bekannt, dass das tschechische Auslandsgeschäft an den dortigen Marktführer PKS geht. Ein Verkauf der Schlecker-Tochter "Ihr Platz" an die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft Dubag steht kurz bevor. Der Sprecher des Insolvenzverwalters bestätigt, dass der Verkauf der Filialen in Frankreich beschlossen ist. Dass es speziell Interessenten für den spanischen Schlecker-Ableger gibt, wollte Hacker allerdings nicht kommentieren.

Auch zur Höhe des aufgelaufenen Verlustes wollte er sich nicht äußern. Neben dem Minus im operativen Geschäft kommen unter Umständen auch Forderungen aufgrund der knapp 4000 Kündigungsschutzklagen auf das Unternehmen zu. Mögliche Kosten aus derartigen Gerichtsprozessen müsste ein Investor tragen. Laut"Manager Magazin" könnten sich diese Ausgaben auf bis zu 120 Mio. EUR belaufen. Somit würde sich der Schuldenberg des Unternehmens bedrohlich der Milliardengrenze nähern. Das dürfte die Gläubiger noch nervöser machen und sie auf eine rasche Lösung drängen lassen.

Die Pläne für die Schlecker-Rettung waren anspruchsvoll: Bis Pfingsten wollte Geiwitz einen neuen Investor für das angeschlagene Unternehmen präsentieren. Anfang Mai ruderte er zurück und teilte mit, dass aufgrund der hohen Zahl von Kündigungsschutzklagen und einer weiterhin ungeklärten Diskussion um einen Sanierungstarifvertrag für die verbleibenden Mitarbeiter der Zeitplan nicht einzuhalten sei.

Am 5. Juni tritt in Ulm die Gläubigerversammlung zusammen. Spätestens dann entscheidet sich das Schicksal von Schlecker.

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Die Schlecker-Pleite

2012 meldete Schlecker, Europas ehemals größte Drogeriemarktkette, Insolvenz an. Damals hatte Schlecker noch 7000 Filialen und etwa 30.000 Mitarbeiter.

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