Genossenschaften feiern Jubiläum

Die Ursprünge sind nicht exakt zu ermitteln. Doch die Rechts- und Unternehmensform der Genossenschaften ist auch nach 150 Jahren attraktiv.

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BWGV-Chef Roman Glaser freut sich über zusätzliche Kooperativen im Südwesten.  Foto: 

. In einer Genossenschaft sieht Roman Glaser, Präsident des baden-württembergischen Verbandes (BWGV), "in idealer Weise wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung" verbunden. Seine Organisation besteht seit 150 Jahren, ihr gehören jetzt über 900 Unternehmen mit 3,73 Millionen Mitgliedern an. Tendenz: Steigend.

Allein im vergangenen Jahr schlossen sich dem BWGV 35 neue Kooperativen an, darunter das zuvor kommunal geführte Hallenbad in Baienfurt. In diesem Jahr sind es bereits zehn, vor allem aus dem Bereich der Energieversorgung.

Glaser rechnet mit weiterem Zuwachs auch aus Bereichen, "die wir noch gar nicht auf dem Schirm haben". Dazu zählt er genossenschaftliche Lösungen der Nachfolge in Handwerksbetrieben. Selbst für Kindertagesstätte und Schule, für Mehrzweckhalle, Mehrgenerationenhaus, Heilberufe, neuartige Wohn- und Pflegeformen käme die besondere Rechts- und Unternehmensform in Frage. Eben dann, so Glaser, "wenn mehrere Personen etwas gemeinsam machen und Kräfte bündeln wollen, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben".

Steigende Umsätze sind damit jedoch nicht garantiert, wie ein Rückgang von 7,2 Prozent auf 2,9 Mrd. EUR beim Handel zeigt. Das Handwerk konnte leicht zulegen (1,2), die Energie wuchs um 6,4 Prozent, die Dienstleistungen um 32,8 Prozent, allerdings von niedrigem Niveau. Der Umsatz aller 629 Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften sank um 1,7 Prozent auf 8,58 Mrd. EUR, was vor allem dem schwachen Handel geschuldet ist.

Besonders Milcherzeuger spürten die Vorteile der Genossenschaft. Sieben Molkereien legten dank weltweit hoher Nachfrage um 13,9 Prozent auf 729 Mio. EUR zu. Der Literpreis stieg von 32 auf gut 37 Cent. Mit einem Festakt am 18. Juli in der Stuttgarter Liederhalle wird das 150-jährige Bestehen des Verbandes gefeiert. Den Grundstein legten 1864 Handwerkerbanken aus Württemberg (Stuttgart, Ulm, Reutlingen, Cannstatt, Nürtingen, Calw, Geislingen) mit der Gewerbebank Backnang, den Vorschussvereinen Ludwigsburg und Sindelfingen, der Gewerbeverein Eßlingen und Vorschussvereinen aus Baden (Karlsruhe, Konstanz, Bruchsal, Bretten, Mühlburg).

Welches die allererste Genossenschaft im Südwesten war, lässt sich nicht exakt klären, weil die Akten fehlen. Wahrscheinlich jedoch liegen die Anfänge in Eglofs im Allgäu, wo der 261 Hektar große Osterwald bereits seit dem Jahr 1832 von Bauern genossenschaftlich genutzt wird.

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