Für Lametta und Blinklichter ist es nie zu früh

In den Frankfurter Messehalle hat sich in dieser Woche alles um Weihnachten gedreht. Die "Christmasworld" gilt als eine der wichtigsten Leitmessen für die internationale Dekorationsartikelbranche.

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Besucher der Messe "Christmasworld" schauen sich in Frankfurt den Stand von Idolight, einem italienischen Hersteller von LED-Beleuchtung an. Foto: dpa

Die Stände in den Frankfurter Messehallen wirkten wie aus der Zeit gefallen. Es blinkte und glitzerte in allen Farben. Rentiere aus Plüsch wippten im Takt neben Eisbären. Besucher posierten vor einem überlebensgroßen Schwan, der mit funkelnden LED-Lichtern gespickt ist. Die Dekomesse "Christmasworld" lässt Weihnachten wieder auferstehen - und zwar im Januar, also elf Monate vor dem nächsten Fest. Produzenten, Lieferanten und Einkäufer brauchen aber diesen Vorlauf, um sich auf das Weihnachtsgeschäft 2014 einzustellen.

Nach Angaben der Messe Frankfurt gaben Verbraucher im vergangenen Jahr rund 2,75 Mrd. EUR für Weihnachts- und Festartikel aus. Das waren 0,3 Prozent weniger als 2012. Die Branche habe über mehrere Jahre hinweg ein relativ konstantes Umsatzvolumen vorzuweisen, sagte Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des Bundesverbandes für den gedeckten Tisch, Hausrat und Wohnkultur. Es gebe kein Wachstum, weil die Gesellschaft nicht wachse. Dennoch gehe es der Branche gut, aber eben nicht sehr gut: "Das Bedürfnis, festliche Anlässe mit Dekoration zu unterlegen, ist ungebrochen."

Davon zeugten auch die Verkaufsflächen in den Frankfurter Messehallen. An einem Stand baumelten Christbaumkugeln aus echtem Gold, daneben hingen Weihnachtsmänner, Engel, aber auch Osterhasen und Oktoberfestherzen. Der Festschmuck der Oberfränkischen Glas- und Design GmbH spreche ganz unterschiedliche Kunden an, sagte Günter Wohlschlögel. "Vom gehobenen Geschenkartikelgeschäft bis zu Designern, die damit Luxuskaufhäuser dekorieren." Wohlschlögel ist als freier Handelsvertreter für die Firma tätig.

Der Zeitpunkt der Messe sei genau richtig: "Die Kunden müssen bis zum Sommer bestellen, sonst gehen sie möglicherweise leer aus." Und ja, das Geschäft sei lukrativ, versicherte Wohlschlögel: "Wenn man etwas Besonderes bieten kann. Den China-Schrott kriegen Sie überall." Auch ein paar Gänge weiter fürchteten die Aussteller die Konkurrenz aus dem Reich der Mitte.

"Sie kommen zu uns an den Stand, machen Fotos und zwei Monate später finden sich die Modelle auf chinesischen Internetseiten", klagte Nicola Dottore von Idolight, einem italienischen Hersteller von LED-Beleuchtung. Über ihm baumelten Lichterketten von der Decke. Das Geschäft laufe gut, sagte er. Das Umweltbewusstsein steigere die Nachfrage nach sparsamer LED-Technik. Seine Firma lasse in Bulgarien produzieren, Hauptabsatzmärkte seien Deutschland und die Nachbarländer.

Und auch Lametta läuft immer noch. Zumindest wenn man Karl-Friedrich Schmalz glauben darf. Die glitzernden, dünnen Metallstreifen seien ein "Evergreen", sagte der Verkaufsleiter der Firma Gerd Rodermund. Knapp 1 Mio. EUR verdienten die Lieferanten in Deutschland immer noch damit, schätzte er. In allen Farben hingen die Streifen an seinem Stand, als ob sie aus der Zeit gefallen wären.

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