Für Experten ist die Zinswende ausgemacht

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Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins bei fast null Prozent zementiert und pumpt eine ungewöhnliche Konjunkturhilfe nach der anderen in den Markt. Unter Experten ist die Frage kaum noch, ob der Zins steigen wird, sondern lediglich wann, wie schnell und wie hoch.

Kommt die Zinswende schneller als erwartet, ohne dass die Fed das klar begründet, könnten sich die Märkte überrumpelt fühlen. Yellens Vorgänger Ben Bernanke machte diese Erfahrung, als nach seinen unklaren Andeutungen über die künftige Geldpolitik weltweit übereilige Anleger Kapital aus den Schwellenländern abzogen und die Börsen kurzzeitig taumeln ließen. Andererseits wäre aber auch der Eindruck schädlich, dass die Fed zu lange am Nullzins festhält.

Verfechter einer baldigen Anhebung meinen, dass die Inflation außer Kontrolle geraten könnte oder gewisse Wirtschaftsbereiche überhitzen, wenn die Zentralbanker den richtigen Zeitpunkt verpassen. Dann müsste die Fed schnell mit hohen Zinssprüngen entgegensteuern, was wiederum die Konjunktur abwürgen könnte. So ein Fehler unterlief der Fed schon mal in den 90er Jahren.

Das Patentrezept ist laut einigen Volkswirten, jetzt schon behutsam Zinserhöhungen anzukündigen und dabei eindeutig klarzumachen, dass sie in langsamen Schritten erfolgen werden und je nach Konjunkturlage angepasst werden können. "Es ist von entscheidender Bedeutung, einen weiteren Schock zu vermeiden", meint der Chef-Vermögensmanager von Goldman Sachs, Andrew Wilson.

Für Disziplin ist Yellen bekannt. Sie bereitet sie sich akribisch auf jede Sitzung vor. Eine Zeitung kam an ihren Terminkalender heran und schildert, wie sie ganze 55 Stunden mit ihren Notenbankgouverneuren und Ratsmitgliedern telefonierte, um die gemeinsame Strategie zu erörtern. Im gleichen Zeitraum habe sie nur acht Stunden mit Bankern gesprochen.

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