Fünf Trends im neuen Jahr

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Die Suche nach Fachkräften wird auch im Südwesten immer schwieriger werden. Im Bild ein Mitarbeiter der Schuler AG (Göppingen).  Foto: 

Nach einer boomartigen Entwicklung in diesem Jahr rechnen Forscher für 2018 nicht mehr mit ganz so viel Dynamik auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Im nächsten Jahr werde die Arbeitslosigkeit voraussichtlich nicht mehr im selben Tempo sinken, prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner Herbstprognose. Qualifizierte Arbeitslose hätten aber weiter gute Jobchancen. Für Firmen werde die Suche nach geeigneten Fachkräften hingegen immer schwieriger, betont die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Hier die wichtigsten Entwicklungen, auf die sich Jobsucher und Firmen nach den Expertenprognosen im kommenden Jahr einstellen müssen:

Die Arbeitslosigkeit sinkt nur noch moderat  Der Job-Boom wird, zumindest gemessen an der Arbeitslosenzahl, spürbar an Dynamik verlieren. Statt um 150 000, wie voraussichtlich in diesem Jahr, dürfte die Zahl der Erwerbslosen 2018 nur noch um rund 60 000 sinken. Mit 2,48 Mio. würden die Erwerbslosen aber trotzdem auf den niedrigsten Jahresschnitt seit der Wiedervereinigung rutschen. Außerdem: Ohne den für 2018 erwarteten stärkeren Anstieg der Flüchtlingsarbeitslosigkeit würde der Rückgang mit 120 000 etwa doppelt so hoch ausfallen.

Die Konjunktur bleibt Jobmotor – es entstehen weiter neue Jobs Die deutsche Konjunkturlokomotive wird auch 2018 unter Dampf bleiben und Unternehmen volle Auftragsbücher bescheren – beste Voraussetzungen also für gut qualifizierte Jobsucher. Das IAB geht davon aus, dass im Jahresdurchschnitt 2018 dadurch 545 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Damit hätten 44,83 Mio. Männer und Frauen eine Arbeit – so viele wie noch nie. Was Sozialpolitiker besonders freut: Noch rasanter wächst vermutlich die Zahl der Stellen mit voller Sozialversicherungsplicht – und zwar um 607 000 auf 32,82  Millionen.

Arbeitskräfte werden knapper Trotz der noch immer hohen Arbeitslosigkeit wird es für Firmen zusehends schwieriger, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Bis eine Stelle besetzt ist, dauert es immer länger. Das hat mehrere Ursachen: Es gehen immer mehr ältere Beschäftigte in Rente, immer weniger Jüngere starten ins Berufsleben. Unter dem Strich verringert sich damit die Zahl der Arbeitskräfte um 320 000 (2017: minus 300 000). Zum anderen schrumpft die Zahl der Arbeitssuchenden aus dem EU-Ausland. Arbeitslosen Flüchtlingen fehlt es wiederum an den notwendigen Deutschkenntnissen.


Mitarbeiter sind vor Entlassungen so sicher wie selten zuvor  Gute Zeiten für Männer und Frauen, die einen Arbeitsplatz haben. Ihr Risiko entlassen zu werden, dürfte 2018 so gering sein wie zuletzt während des Wiedervereinigungsbooms. Denn wegen der wachsenden Arbeitskräfte-Knappheit scheuen sich Unternehmen zunehmend, sich von gut eingearbeiteten Mitarbeitern zu trennen – selbst, wenn es im Betrieb mal nicht so rund läuft.

Langzeitarbeitslose haben es weiter schwer  Auch wenn es vielleicht paradox klingt: Trotz der Hunderttausenden von freien Stellen wird die Lage für Langzeitarbeitslose auch 2018 schwer bleiben. Die Arbeitsmarktforscher rechnen im Jahresschnitt lediglich mit einem Rückgang der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger um 24 000. In diesem Jahr dürfte der Rückgang nur bei gut 160 000 liegen. Der Grund: Viele Langzeitarbeitslose sind nicht ausreichend qualifiziert. Die Zahlen sprechen für sich: Zwischen September 2016 und August 2017 fanden in jedem Monat 14,8 Prozent aller Kurzzeitarbeitslosen einen Job, bei Langzeitarbeitslosen waren es nur 3,2 Prozent.

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