Finanzkrise: Gauck redet auch Bürgern ins Gewissen

Bundespräsident Gauck spricht von einer Bringschuld der Banken. Aber auch die Bürger müssten sich besser über finanzielle Dinge informieren.

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Bundespräsident Joachim Gauck hält die notwendigen Reformen im Bankenwesen für "noch lange nicht abgeschlossen". Die Branche habe zwar sieben Jahre nach dem Ausbruch der weltweiten Finanz- und Schuldenkrise aus Fehlern gelernt und befinde sich im Wandel, sagte Gauck auf dem Deutschen Bankentag. Über das Ausmaß der Bankenregulierung müsse aber weiter gerungen werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) appellierte dabei an die Branche, gemeinsam mit der Regierung nach Lösungen zu suchen. Er versprach den Bankmanagern, alle weiteren Regulierungsschritte "im Dialog mit ihnen zu tun". Dabei sollten die Banken ihre Energie und Kompetenz aber "nicht zu sehr nur in der Vertretung ihrer kurzfristigen Interessen und die Abwehr neuer Regulierung stecken".

Die privaten Banken begriffen die Aufarbeitung ihrer Fehler nicht als Pflichtübung, hatte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Jürgen Fitschen, zuvor versichert. Es gebe bereits eine Vielzahl an neuen Regulierungsvorschriften. "In den meisten Fällen haben wir diese Maßnahmen gutgeheißen", betonte Fitschen. Die Branche lehne allerdings das Trennbankengesetz und eine Finanztransaktionssteuer ab, weil es keine Verbesserung bringe.

Bundespräsident Gauck stellte die Frage: "Wurde wirklich schon genug getan, um das Finanzsystem krisenfester zu machen und Exzesse zu vermeiden?" Er sieht die Banken im täglichen Geschäft "in der Bringschuld". Ihre Mitarbeiter müssten "durch Seriosität und Sachkenntnis überzeugen", ihr Handeln erklären können und den Kunden Chancen und Risiken offenlegen.

Gauck hält es aber auch für eine Pflicht der Bürger, sich zu informieren, damit sie sich an wirtschaftspolitischen Debatten beteiligen könnten. "Nicht nur politische, auch ökonomische Apathie und Unwissenheit sind gefährlich", fügte der Bundespräsident hinzu.

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