Finanzbranche: Kein Ende der Probleme Vor fünf Jahren platzte US-Immobilienblase

Vor fünf Jahren ging es los: Zuerst erfasste die Krise die Banken, dann die Staaten, jetzt den Euro. Die Rettung der IKB blieb dabei kein Einzelfall.

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. Commerzbank? Teilverstaatlicht. West LB? Zerschlagen. IKB? Trotz neuen Eigentümers noch tief in den roten Zahlen. Die Krise hält Deutschlands Finanzbranche auch fünf Jahre nach ihrem Ausbruch fest im Griff.

Die Hoffnung, die teure Rettung der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB im Sommer 2007 werde ein Einzelfall bleiben, erwies sich ziemlich schnell als Trugschluss. Bis heute stützt der deutsche Staat mit Milliarden Steuergeldern Banken, die mit riskanten Geschäften selbstverschuldet in Schieflage gerieten. In Düsseldorf und München stehen "Bad Banks" - Abwicklungsanstalten, die Berge an Schrottpapieren der West LB und der HRE abarbeiten. Die gigantischen Schuldenberge etlicher Euroländer rissen neue Löcher in die Bilanzen, weil viele Banken auf Staatsanleihen setzten.

Der Stress begann weit weg, in den USA. Von "Subprime", kaum abgesicherten US-Immobilienkrediten, die in Päckchen gebündelt als hochklassige Wertpapiere weiterverkauft wurden, ging 2007 die Finanzmarktkrise aus. Auch deutsche Banken hatten Milliardenbeträge in diese Titel investiert. Als die amerikanische Immobilienblase platzte, erreichten die Schockwellen schnell Deutschland. Hinter den Kulissen lief eine Rettungsaktion, deren Hauptlast die staatliche Förderbank KfW als IKB-Anteilseigner trug. Wenige Monate später wurde die West LB vom Land NRW und den Sparkassen gestützt. Weitere Fälle folgten.

Die Pleite des US-Investmentriesen Lehman Brothers Mitte September 2008 machte jegliche Hoffnung auf rasche Erholung zunichte, rund um den Globus fluteten Notenbanken die Märkte mit billigem Geld, um die Lage einigermaßen zu stabilisieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte vor wenigen Wochen den Leitzins im Euroraum auf das Rekordtief von 0,75 Prozent - ein Indiz dafür, wie prekär die Lage noch ist.

Der Bankensektor in Deutschland steht trotz Problemfällen jedoch vergleichsweise gut da. Rettungspakete, Kapitalspritzen und das Auslagern von Giftpapieren verhinderten einen Dominoeffekt. Wie viel Geld das kostet, ist unklar. Allein im Fall West LB werden die möglichen Belastungen seit dem Jahr 2005 einschließlich absehbarer künftiger Verluste auf ein Volumen von 18 Mrd. EUR geschätzt.

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