Europas Hersteller schwächeln

Europas Autobranche zeigt zunehmend Schwächetendenzen. Die Hersteller leiden insbesondere unter der eskalierenden Euro-Schuldenkrise.

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Die Krise am europäischen Automarkt zieht immer weitere Kreise. Die Talfahrt hält vor allem in den Euro-Krisenländern Spanien und Italien aber auch in Frankreich schon seit Monaten an. Dies trifft die Hersteller hart, die von Europa abhängig sind - neben dem französische Marktführer PSA Peugeot Citroën (PSA) sind dies auch Opel und Fiat. Sie kämpfen mit Überkapazitäten. Dagegen haben die deutschen Oberklasse-Hersteller Daimler und BMW, aber auch der breit aufgestellte VW-Konzern bislang vom Wachstum vor allem in China und den USA profitiert.

Besonders hart trifft die Krise PSA. Die Franzosen schreiben tiefrote Zahlen. Der Absatzeinbruch sorgte im ersten Halbjahr 2012 für einen Verlust von 819 Mio. EUR, nach einem Gewinn in ähnlicher Größenordnung ein Jahr zuvor. Der Verlust fiel schlimmer aus als befürchtet. PSA kündigte ein Sparprogramm in Höhe von 1,5 Mrd. EUR bis 2015 an. Dies ist die zweite Hiobsbotschaft binnen kurzer Zeit. Erst vor knapp zwei Wochenhatten die Franzosen angekündigt, sie wollten ein Werk schließen und 8000 Stellen streichen. In seinem Ausblick geht PSA von einem weiteren Schrumpfen des europäischen Marktes aus.

Die Regierung in Paris will der heimischen Autoindustrie - neben PSA gehört dazu Renault - nun mit einem Hilfsprogramm unter die Arme greifen. Dazu sollen Käufer von Elektro- oder Hybrid-Autos noch höhere Zuschüsse bekommen als bislang. Außerdem will die Regierung bei Neuanschaffungen stärker Öko-Autos berücksichtigen.

Die stark rückläufigen Verkäufe in Europa belasten auch den US-Autobauer Ford und könnten zu harten Einschnitten führen. Im Gesamtjahr dürfte in Europa ein Verlust von mehr als 1 Mrd. Dollar anfallen. Die Probleme in Europa schlagen sich bei Ford wie beim Opel-Mutterkonzern General Motors voll auf den Gesamtkonzern durch.

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