ENBW verkauft deutlich weniger Strom

Der Atomausstieg macht der ENBW noch zu schaffen. In den ersten neun Monaten haben sich die Ergebnisse beim Energiekonzern aber stabilisiert.

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Der Kühlturm des ENBW-Kernkraftwerk in Philippsburg. Foto: dpa

Der Atomausstieg belastet nach wie vor die Bilanz beim Energiekonzern ENBW. In den ersten neun Monaten hat sich zwar das Ergebnis stabilisiert, doch der Stromumsatz brach ein. Beim drittgrößten deutschen Stromunternehmen führte vor allem die Abschaltung von zwei der vier Atomkraftwerke zu starken Einbußen. Unterm Strich weist der Konzern einen Überschuss von 565,6 Mio. EUR aus, nach einem Fehlbetrag von 542 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.

Um die notwendigen Investitionen für die Energiewende zu stemmen, soll dennoch weiter gespart werden. Die ENBW rechnet noch mit zwei schwierigen Jahren.

Die Schulden sanken aufgrund der Kapitalerhöhung im Juli und Verkäufen auf 8 Mrd. EUR. Bis 2014 plant die ENBW weitere Verkäufe in Höhe von 1,5 Mrd. EUR. Trennen wollen sich die Karlsruher unter anderem von der österreichischen EVN. Zudem sollen im Rahmen eines Sparprogramms bis Ende 2014 insgesamt 750 Mio. EUR eingespart werden, davon 250 Mio. EUR beim Personal. Die ENBW will das Gasgeschäft weiter vorantreiben, etwa über einen Gasliefervertrag mit dem russischen Anbieter Novatek.

Angesichts neuer Herausforderungen und schwieriger Marktbedingungen sei die Geschäftsentwicklung im Rahmen der Erwartungen verlaufen, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer. Die ENBW verkaufte in den ersten neun Monaten mit 101,7 Mrd. Kilowattstunden deutlich weniger Strom, der Umsatz im Geschäftsfeld Erzeugung und Handel brach um mehr als ein Viertel auf 2,95 Mrd. EUR ein. Der gesamte Konzernumsatz legte um 4,4 Prozent auf knapp 14,4 Mrd. EUR zu - auch weil mit 46,2 Mrd. Kilowattstunden 20 Prozent mehr Gas verkauft wurde. Auch höhere Netznutzungsentgelte sowie mehr Strom aus Wasserkraftwerken und Windrädern schlugen positiv zu Buche.

Mit der Neun-Monats-Bilanz ging die Ära des Ende September aus dem Amt geschiedenen ENBW-Chefs Hans-Peter Villis auch zahlenmäßig zu Ende. Seit Oktober ist der Ex-Eon-Manager Frank Mastiaux am Ruder. Die ENBW ist mit ihren beiden Großaktionären, dem Land Baden-Württemberg und dem Zweckverband OEW, mehrheitlich in öffentlichem Besitz.

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