Deutschland leiht sich erstmals Geld zum Null-Tarif

|

Das gab es noch nie: Der Bund besorgte sich zur Wochenmitte erstmals frisches Kapital für zwei Jahre in Milliardenhöhe, ohne dafür überhaupt Zinsen zahlen zu müssen. Anleger, die gestern bei einer Versteigerung von Bundesschatzanweisungen mit Fälligkeit 2014 zugriffen, erhielten einen Zinskupon von null Prozent. Das bedeutet, dass sie vom Bund keinen einzigen Euro an Zinsen überwiesen bekommen.

Doch wer denkt, das halte die Investoren vom Kauf ab, der irrt. Die Nachfrage nach den Papieren war ungebrochen hoch. Der Grund ist einfach: Die Euro-Schuldenkrise treibt die Anleger in Scharen in sichere Anlagen - selbst wenn unter Berücksichtigung der Inflation Vermögensverluste entstehen. Insgesamt nahm der Bund mit der Auktion rund 4,6 Mrd. EUR auf.

Auch wenn Anleger in deutschen Staatstiteln durchaus schon gewohnt sind, draufzahlen zu müssen, also auf Rendite zu verzichten, ist völlig neu, dass eine zweijährige Bundesanleihe überhaupt keine Zinsen abwirft.

Die Rendite - also das Verhältnis von Nominalzins und Anleihekurs - der zweijährigen Anleihe lag mit 0,07 Prozent zwar noch leicht im positiven Bereich, wie die Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Allerdings war es der tiefste jemals erzielte Effektivzins in dieser Laufzeit.

Die positive Nominalverzinsung kam nur zustande, weil die Anleger die Staatstitel unter Pari - also zu einem Kurs unter Nennwert - erhielten. Die reale Verzinsung liegt bei einer Inflationsrate von 2,1 Prozent deutlich im negativen Bereich.

Derweil bezeichnet die Bundesbank die Entwicklung in Griechenland als in hohem Maße besorgniserregend. An den Märkten stürzte der Eurokurs auf den tiefsten Stand seit August 2010. Die Bundesbank fordert, es dürfe kein Geld mehr nach Griechenland fließen, wenn die nächste Regierung das vereinbarte Sparprogramm nicht einhalte. Für Deutschland und die Euro-Staaten wären die Folgen aus einem solchen Schritt zwar erheblich, aber bei vorsichtigem Krisenmanagement beherrschbar.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

52-Jähriger tötet Freundin und springt von Autobahnbrücke

Ein kreisender Hubschrauber hat am Mittwochabend im oberen Filstal für Aufsehen gesorgt. Ein 52-Jähriger hatte sich vom Maustobelviadukt in den Tod gestürzt. Zuvor hatte er im Landkreis Ludwigsburg seine Freundin getötet. weiter lesen