Deutsche Autobauer auf Rekordfahrt

Die deutschen Autobauer haben auch nach neun Monaten glänzende Absatzzahlen. Die Metallindustrie spürt hingegen einen Dämpfer.

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Erfolgsmeldungen aus der deutschen Automobilbranche: Die Marken BMW, Audi, Mercedes-Benz und Volkswagen trotzen Europas Absatzkrise mit neuen Rekordwerten für die ersten neun Monate des Jahres. Zwar spüren die Konzerne die schwachen europäischen Märkte, doch das weiter robuste Wachstum in Übersee trägt die Hersteller wohl auch 2012 zu einem weiteren Rekordjahr.

Europas größter Autohersteller VW hat bis Ende September die weltweiten Auslieferungen um 10,6 Prozent auf 6,8 Mio. Fahrzeuge gesteigert und damit eine Rekordmarke erreicht. Bei BMW summierte sich bis Ende September der Absatz auf mehr als 1,3 Mio. Fahrzeuge, so viele wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Erzrivale Audi verkaufte erstmals bereits nach neun Monaten mehr als 1 Mio. Autos. Bei Daimler lag der Absatz bei rund 1,04 Mio. Autos - ein Rekord mit einem Plus von 4,7 Prozent.

Die deutschen Top-Autobauer sind vor allem in den Wachstumsmärkten USA und China gut aufgestellt und daher nicht so abhängig von der Entwicklung in Westeuropa. Dort ist der Automarkt angesichts der Schuldenkrise seit Monaten auf Talfahrt. Vor allem Hersteller wie Opel, Fiat oder PSA Peugeot Citroën schwächeln.

Die Absatzkrise in Westeuropa wird die Autoindustrie nach einer Prognose noch mehrere Jahre belasten. Volker Krueger vom Institut LMC Automotive erwartet, dass erst 2018 wieder so viele Autos verkauft werden wie im Vorkrisenjahr 2007. In Deutschland dürften 2012 etwa 2 Prozent weniger Neuwagen veräußert werden als im Vorjahr.

Wegen der Konjunkturschwäche in Europa richten sich derweil die Firmen in der Metall- und Elektroindustrie verstärkt auf Kurzarbeit ein. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung" haben Firmen im September für 29 500 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Das sei laut Branchenverband Gesamtmetall ein Anstieg um mehr als das Doppelte gegenüber August. Verbandspräsident Rainer Dulger warnte allerdings vor Panikmache. Es könne nicht immer mit "Vollgas nach vorne" gehen.

IG-Metall-Chef Berthold Huber verlangt vor diesem Hintergrund die Wiedereinführung von Regelungen aus der Krise 2009/2010, als im Rahmen der Konjunkturpakete kurzfristig auch Kurzarbeit für Leiharbeiter zugelassen wurde.

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