Kommentar zu Alno: Des Dramas letzter Akt

Der einst gute Name von Alno ist mittlerweile Sinnbild für ein endloses Sanierungsdrama, zerstrittene Eigentümer und Missmanangement. Die Mitarbeiter können einem Leid tun, findet unser Autor Alexander Bögelein.

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Alexander Bögelein  Foto: 

Der Freitag war ein bitterer für die verbliebenen Alno-Beschäftigten. Normalerweise steckt in einer Insolvenz die Chance zum Neubeginn. Doch dafür müssen die Finanzierung schnell gesichert sein, die Kunden, Lieferanten und Gläubiger  ins Boot geholt werden. Nichts von alledem ist der Fall.

Im Gegenteil. Der Küchenbauer befindet sich seit Jahren im Dauerkrisenmodus. Die Versprechen des häufig wechselnden Managements blieben Phrasen. Die Banken haben sich aus der Finanzierung längst zurückgezogen. Alno hat auf allen Seiten Vertrauen verspielt. Immer öfter erhielten Kunden zuletzt unfertige Küchen, weil viele Firmen Alno nicht mehr beliefern.

Insolvenzverwalter Martin Hörmann läuft die Zeit davon. Bis Ende September bezahlt die Agentur für Arbeit noch das Insolvenzgeld. Danach besteht Alno nur noch aus Sachwerten. Dass er mit Hochdruck nach Investoren sucht, ist seine Aufgabe. Doch stellt sich die Frage, Wer will so eine Firma kaufen? Die Werke gelten als veraltet.

Mit Küchen lassen sich gute Renditen erwirtschaften. Alno hat es über all die Jahre nicht getan. Der einst klangvolle Name ist mittlerweile Sinnbild für ein endloses Sanierungsdrama, zerstrittene Eigentümer und dauerhaftes Missmanangement. Die Mitarbeiter können einem leidtun: Einem Schrecken ohne Ende dürfte nun ein Ende mit Schrecken folgen.

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