Das Milliarden-Fresschen

Die Menschen lieben ihre Haustiere. 2013 lebten 28 Mio. Exemplare in Deutschland - in 38 Prozent aller Haushalte. Das ergab eine Erhebung des Marktforschungsinstitut Skopos. Und die brauchen nicht nur Futter.

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Für Hund und Katze nur das Beste: Haustiere bringen der deutschen Wirtschaft einer Studie zufolge mehr als 9 Mrd. EUR jährlich ein. Inzwischen gibt es im Heimtierbereich viele Möglichkeiten, Geld auszugeben.

Das meiste Geld wird für Futter bezahlt. Daran kommt schließlich kein Tierhalter vorbei. 3,75 Mrd. EUR Umsatz werden jährlich allein mit Heimtierfutter gemacht. Den größten Anteil daran haben Katzen, dicht gefolgt von Hunden. Dabei kann der Tierliebhaber zwischen unzähligen Sorten und Preislagen von Futter wählen - von der großen Dose Fertigfutter beim Discounter bis zum Exquisit-Häppchen im Tiermarkt. Ein Milliarden-Fresschen für die Hersteller.

Auch für Zubehör geben die Deutschen ordentlich Geld aus. Egal ob Leine, Kamm, Körbchen oder Käfig: Mit Zubehör wird jährlich mehr als 1 Mrd. EUR erlöst. Der Großteil läuft über den stationären Handel - und auch hier liegen die Katzen vorn. Teuer kann ein Haustier werden, wenn es krank wird. Neben dem klassischen Besuch beim Tierarzt bringen Halter ihre Lieblinge inzwischen aber auch zum Heilpraktiker und zum Physiotherapeuten. Hochgerechnet kommt die Studie auf insgesamt 2,1 Mrd. EUR Umsatz. Hier haben Hunde die Schnauze vorn - mit einem Anteil von mehr als der Hälfte.

Was aber passiert, wenn der Hund etwas kaputt macht? Oder schlimmer - wenn er ernsthaft krank wird? Für Hundehalter-Haftpflichtversicherungen und Krankenversicherungen geht Studien-Autorin Renate Ohr von Erlösen um die 450 Mio. EUR jährlich aus.

Wenn Frauchen und Herrchen in den Urlaub fahren, suchen sie oft eine nicht ganz so preiswerte Unterbringung für das Tier. Für spezielle Tierpensionen, -hotels und -tagesstätten kommt die Studie jährlich auf einen Umsatz von insgesamt bis zu 70 Mio. EUR. Das scheint vergleichsweise gering? Ohr erklärt: "Immer mehr Menschen nehmen ihre Tiere inzwischen gleich mit in den Urlaub."

Nicht mal der Tod ist umsonst: Früher wurden tote Haustiere im Garten vergraben oder gleich beim Tierarzt gelassen, sagt Ohr. Inzwischen will so mancher die Asche seines Hundes lieber auf dem Kamin stehen haben. Ohr sagt: "Viele bringen ihr Tier ins Krematorium." Insgesamt geht sie von 40 Mio. EUR Umsatz jährlich für Tierbestattungen aus. Der Branchenverband der Tierbestatter schätzt, dass jährlich 80 000 verstorbene Tiere im Krematorium verbrannt und 10 000 in der Erde bestattet werden.

Der Gesamtumsatz entspricht 0,32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2013 lag der Umsatz auf dem Buchmarkt ähnlich hoch. Laut Ohr sind zudem "185 000 bis 200 000 Arbeitsplätze mit der Heimtierhaltung verbunden".

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