Das Geschäft mit dem Grusel

Kurz aber heftig fällt für Kostümhersteller und die Süßwarenbranche das Geschäft mit dem Grusel aus. Von Halloween profitieren aber auch Landwirte wegen des regen Interesses an Kürbissen.

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An Halloween kommt kaum ein Kunde mehr vorbei. Die Einzelhändler profitieren von dem Grusel-Event.  Foto: 

Den Grusel gibt es in Frechen auf 400 Quadratmetern zu kaufen. In der Halloween-Ecke des Karnevalsgeschäfts - einer Filiale des Kölner Kostümriesen Deiters - reihen sich Mönchskutten an Frankensteinmasken, Spinnenhüte, Totenkopfhaarreifen und Styroporgrabsteine. Seit 20 Jahren führt Deiters extra für Halloween Grusel-Artikel im Sortiment.

Auch bei Bauern und Süßwarenherstellern füllt der Trend mittlerweile die Kassen. Deutschland ist im Halloween-Fieber. Mehr als 30 Mio. EUR Umsatz machten im vergangenen Jahr allein die Unternehmen der Fachgruppe Karneval im Einzelhandelsverband HDE mit dem Gruselfest. Zehn Jahre zuvor waren es erst 12 Mio. EUR.

Von Zuwachsraten um die 40 Prozent wie im Jahr 2008 sind die Firmen zwar inzwischen weit entfernt. Doch Fachgruppen-Chef Dieter Tschorn sieht immer noch Potenzial. Vor allem der Partybereich werde noch wachsen, sagt er. 1994 brachte die Fachgruppe Karneval Halloween auf den deutschen Markt - mit dem Ziel, neben der Karnevalszeit eine zweite Saison für Kostüm- und Spielwarenläden zu schaffen. Die Rechnung ist aufgegangen - und das Geschäft mit dem Grusel haben mit der Zeit auch andere für sich entdeckt. Große Süßwarenhersteller haben ihr Sortiment erweitert.

Bei Haribo in Bonn werden schon im Sommer winzige Masken, Hexen und Kürbisse für Halloween produziert. Nach Ostern und Weihnachten ist im Oktober dort die drittstärkste Süßigkeiten-Saison, zu der das Unternehmen mehrere Extra-Produkte vertreibt. "Es ist für uns auf jeden Fall ein Geschäft", sagt Sprecher Marco Alfter. Nach Jahren steigender Nachfrage sei nun ein stabiles Niveau erreicht.

Nicht nur der Verkauf von Naschereien, sondern auch von Kürbis boomt zu Halloween. Seit der amerikanische Brauch Deutschland erreicht hat, hat vor allem der Anbau von Zierkürbissen zugenommen, wie Bernhard Rüb, Sprecher der Landwirtschaftskammer NRW, berichtet. "Es gibt viel mehr Kürbisse zur Deko." Mittlerweile werden hierzulande etwa 10 000 Hektar Speise- und Zierkürbisse angebaut. Für die Landwirte sei der Trend eine "feine Sache", sagt Rüb. "So etwas ist natürlich immer eine Nische - die Saison ist kurz und das Produkt sehr speziell." Gerade im Rheinland hätten sich einige Landwirte jedoch erfolgreich darauf spezialisiert.

Doch nicht jeder Kunde springt auf Halloween-Artikel an. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Trend Research finden es 36 Prozent der Deutschen nicht gut, dass Halloween gefeiert wird. 30 Prozent ist das Gruselfest egal. So akzeptiert wie Weihnachten oder Ostern sei Halloween lange nicht, berichtet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. "Diese Feste haben eine viel längere Tradition und werden von einer breiteren Bevölkerungsschicht gefeiert", sagt Sprecherin Solveig Schneider.

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