Das Basiskonto kann ziemlich teuer werden

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Kostenlose Basiskonten muss man mit der Lupe suchen. Meist sind sie teurer als die üblichen Gehalts- und Rentenkonten. Einige Banken versuchen offensichtlich, Kunden durch hohe Preise abzuschrecken. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest bei der Untersuchung des Angebots von bundesweit 108 Banken. Dabei ist dieses Angebot für diejenigen gedacht, die arm dran sind, ob Sozialhilfeempfänger, Wohnsitzlose oder Flüchtlinge.

Im Prinzip gab es das „Girokonto für jedermann“ schon lange, allerdings auf freiwilliger Basis. Praktisch drückten sich aber viele Banken davor, es tatsächlich zu vereinbaren. Dabei ist das Alltagsleben ohne Konto kaum denkbar. Daher führte der Bundestag mit dem Zahlungskontengesetz einen gesetzlichen Anspruch auf das Basiskonto ein. Ihn hat jeder, der sich rechtmäßig in der EU aufhält und mindestens 18 Jahre alt ist. Ein fester Wohnsitz ist ebenso wenig nötig wie laufende Einnahmen.

Allerdings ist das Basiskonto ein reines Guthabenkonto. Es darf nicht überzogen werden. Der Inhaber bekommt eine Girocard, um Geld abzuheben. Der Automat spuckt jedoch nichts aus, wenn das Konto nicht ausreichend gefüllt ist. Manche Institute bieten zudem eine Prepaid-Kreditkarte gegen Aufpreis an. Sie muss vor dem Bezahlen mit Geld aufgeladen werden.

Wie hoch die Gebühren sein dürfen, ist nicht festgelegt. Es heißt nur, der Preis müsse „angemessen“ sein. Tatsächlich gibt es große Unterschiede: Wenige Banken verlangen gar nichts, einzelne aber auch 300 € und mehr  – ein „Abwehrpreis“, kritisieren die Tester. Sie halten für ein herkömmliches Girokonto 60 € Jahresgebühren für akzeptabel, wenn damit alle Buchungen und die Girocard abgedeckt ist. So wenig verlangen allerdings nur neun der überprüften Banken für ihr Basiskonto. Knapp zwei Drittel nehmen 100 € und mehr.

Für den Vergleich konstruierten die Tester einen Modellkunden, der keine regelmäßigen Geldeingang hat, aber zwei Barabhebungen pro Monat sowie zahlreiche Überweisungen, Gut- und Lastschriften. Bei manchen Banken ist die Online-Kontoführung deutlich günstiger, als wenn immer eine Filiale aufgesucht wird. Die Direktbanken bieten dies sogar kostenlos an. Voraussetzung dafür ist allerdings nicht nur der Zugang zum Internet. Die Kontoinhaber müssen sich auch die Online-Kontoführung zutrauen.

Die günstigsten Filialangebote haben zwei Banken in Baden-Württemberg: Die PSD Bank Karlsruhe-Neustadt und die Sparda-Bank Baden-Württemberg verlangen gar keine Gebühren. Am teuersten ist dagegen die Bremische Volksbank mit 328,30 €.

Die höheren Gebühren als bei normalen Girokonten begründen die meisten Banken mit einem größeren Aufwand „Beratung und Kontoeröffnung seien aufwendiger als bei herkömmlichen Konten, weil die Prüfung der persönlichen Daten länger dauere und die Kunden schlechter zu erreichen seien“, zitieren sie die Tester. Sie halten es aber zumindest für fragwürdig, gerade von Menschen ohne regelmäßiges Einkommen höhere Preise zu verlangen.

Voraussetzungen für Eröffnung

Um ein Basiskonto zu eröffnen, ist ein Dokument mit Foto zur Identifizierung nötig, etwa der Personalausweis, eine Aufenthaltsgestattung oder ein Duldungspapier mit Siegel der deutschen Ausländerbehörde. Es genügt eine Postanschrift, etwa von Verwandten, Freunden oder einer Beratungsstelle. Die Bank hat zehn Tage Zeit, den Antrag auf Kontoeröffnung zu prüfen. Sie darf ihn nur in seltenen Fällen ablehnen, etwa wenn es bereits ein Konto bei einer anderen Bank in Deutschland gibt. Lehnt die Bank ab, kann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) angerufen werden, die für das kostenlose Verfahren einen Monat Zeit hat.

Der komplette Test erscheint im Dezember-Heft der Zeitschrift „Finanztest“, die ab Mittwoch in Handel ist.

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